Design ist Funktionalität

Denkanstöße und Strategien für Unternehmen:

Ob im Friseursalon oder im nächstgelegenen Copyshop - das Wort Design wird beinahe inflationär genutzt, wodurch seine eigentliche Bedeutung in den Hintergrund gerückt ist. Das ikonische Schweizer Taschenmesser, die Elektrogeräte der Marke Braun und die minimalistische Google-Startseite sind hingegen allesamt Paradebeispiele dafür, dass Design in erster Linie funktionsorientiert ist und sich daher grundlegend von der Kunst unterscheidet.

2021-06-18
Welke Consulting Gruppe
  • Lea HeuchtkötterLea HeuchtkötterHead of Strategic MarketingWCG

In diesem Blogartikel wagen wir einen Blick hinter das oberflächliche Styling, das häufig fälschlicherweise als Design interpretiert wird, und legen den wahren Wert und den Anspruch von gutem Design dar. Statt der reinen Ästhetik geht es hier um funktionale Aspekte, Innovationen und Strategien, die zahlreiche erfolgreiche Unternehmen gezielt berücksichtigen.

 

Funktionalität als primärer Anspruch von gutem Design
 

Eine besonders treffende Definition davon, was gutes Design ausmacht und welche Differenzierungsmerkmale es gegenüber künstlerischen Arbeiten gibt, liefert der einflussreiche deutsche Designer Dieter Rams in seinen 10 Thesen. Als jahrzehntelanger Chefdesigner der bekannten Braun-Elektrogeräte war Rams die prägende Persönlichkeit einer minimalistisch-revolutionären und funktionsorientierten Designsprache. Seiner Definition nach liegt der tatsächliche Wert von gutem Design nicht im oberflächlichen Styling, sondern in seiner Funktionalität, indem es ein Produkt beispielsweise verständlicher oder gar erst brauchbar macht, beispielsweise durch eine sinnvolle Anordnung von Bedienelementen.

Innovativ, langlebig, umweltfreundlich und konsequent bis ins letzte Detail sollte gutes Design nach Dieter Rams ebenfalls sein. Dadurch wird nicht nur der unbestreitbare Vorrang funktionaler Aspekte vor der reinen Ästhetik, sondern auch die soziale und ökologische Verantwortung von Design betont. Die ästhetische Komponente des Designs verliert Rams nicht gänzlich aus den Augen, sieht sie allerdings als einen Teilbereich der Funktionalität an, der den Primärfunktionen untergeordnet ist.

 

Strategisch und kreativ - das steckt hinter dem Designbegriff

Abgeleitet vom englischen Begriff "to do something by design", welcher auf Deutsch so viel wie "etwas mit Absicht tun" bedeutet, stützt sich Design grundsätzlich auf einen strategischen Denkprozess, der sich mit aktuellen Problemen kreativ auseinandersetzt. Nur durch eine Kombination aus einer klaren Definition von Problemen, ausgiebiger Recherche und kreativen Ideen können Lösungsansätze entwickelt werden, die schließlich in marktreifen physischen Produkten, digitalen Anwendungen oder Services resultieren.

Während Kunst offene Fragen formuliert und zum Nachdenken anregt, vermeidet gutes Design genau dieses Phänomen. Hier werden reale Probleme beispielsweise im Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit oder Nutzerfreundlichkeit gelöst und Abläufe einfacher, unkomplizierter sowie effizienter gestaltet. Auch wenn sich beide Disziplinen also teilweise ähnlicher Mittel bei der Entwicklung und Umsetzung von Ideen bedienen, bleibt die Intention von Design und Kunst von Grund auf verschieden.

 

Design Thinking und nutzerzentriertes Design - neue strategische Designdisziplinen

Die Designbranche und ihre Kreativprozesse sind ausgesprochen vielfältig und dynamisch, was immer wieder in der Herausbildung neuer Designdisziplinen resultiert. Besonders interessant ist hierbei die Strömung des Design Thinking, welche auf die strategische Problemlösung mithilfe von klassischen Designmethoden abzielt. Hier werden nicht nur klassische Produkte gestaltet, sondern auch logistische Abläufe und ganze Wirtschaftssysteme mit Designmethoden entwickelt und verbessert.

In diesem Zusammenhang ist auch das nutzerzentrierte Design zu erwähnen, welches die Bedürfnisse und Wünsche des Endnutzers in den Mittelpunkt stellt. Durch gezielte Marktforschung und Zielgruppenanalyse werden die potentiellen Käufer unter die Lupe genommen und die dabei gewonnenen Erkenntnisse im Designprozess umgesetzt. Das Ergebnis ist eine optimale Funktionalität, die sich in einer hohen Ergonomie und Nutzerfreundlichkeit widerspiegelt. Für Unternehmen ist dieser Designansatz besonders interessant, da hier echte Mehrwerte geschaffen und bestimmte Nutzergruppen optimal angesprochen werden.

 

Der große Wert von Design für erfolgreiche Unternehmen
 

Die Gestaltung eines physischen oder digitalen Produktes unter rein ästhetischen Gesichtspunkten ist sehr subjektiv, geschmacksabhängig und persönlich. Ein strategischer Designansatz, der sich der Funktionalität, User Experience und Corporate Identity widmet, schafft hingegen eine objektive Perspektive und damit große Potentiale für Unternehmen. In diesem Zusammenhang untersuchte die umfangreiche Studie "The Business value of Design" der Beratungsagentur McKinsey den kommerziellen Nutzen von gutem Design. Dabei wurden die Philosophien und Entscheidungsmuster von erfolgreichen Unternehmen analysiert, die mit ihrer Designstrategie eine entscheidende Steigerung der Umsätze und Renditen erreicht haben.

Der Studie zufolge ist designgetriebenes Wachstum nicht nur im Produkt- sondern auch im Dienstleistungssektor möglich (➤ Design als Werttreiber im Unternehmen). Dabei bieten umfangreiche Datenerhebungen sowie die Möglichkeit, ständiges Feedback der Nutzer einzuholen, ein enormes Potential für analytisch fundiertes und kommerziell erfolgreiches Design, das auch nachträglich nutzerzentriert optimiert werden kann. Das Verschwimmen der Grenzen zwischen physischem, digitalem und serviceorientiertem Design ist ein weiteres Phänomen, das bei vielen im Designbereich erfolgreichen Unternehmen zu beobachten ist.

Der Schlüssel zum Erfolg in der Designdisziplin liegt der Studie zufolge in der Etablierung eines iterativen und zyklischen Designprozesses sowie der Zusammenstellung von interdisziplinären Teams. Auf diese Weise gelingt es, den kreativen Prozess anzukurbeln, neue Lösungen für wichtige Probleme zu finden und schließlich mit Produkten und Dienstleistungen kommerziell erfolgreich zu sein.

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