Erste Schritte in die Agilität

Das Thema Agilität ist zurzeit in aller Munde, trotzdem ergab die Potenzialanalyse „agil entscheiden“ von 2018, dass erst 14 % der befragten deutschen Unternehmen agil arbeiten. 81 % der Befragten einer McKinsey-Umfrage zum Thema „Organizational agility“ geben an, dass sich ihre Leistung seit sie agil arbeiten signifikant verbessert habe. Doch wie kann man die Agilität seines Unternehmens steigern?

Mit Dynamik und Stabilität in eine erfolgreiche Zukunft

Denkt man an agile Unternehmen, so entsteht direkt ein Bild von diversen medialen Großunternehmen wie Google oder Spotify, in deren Firmenräumen zahlreiche Entspannungs- sowie Freizeitmöglichkeiten für die Mitarbeiter bereitstehen. Doch wie schafft es ein durchschnittliches deutsches Unternehmen dem Trend der Agilität zu folgen? Und lohnt sich das überhaupt? 

McKinseys Umfrage zur „Organizational agility“ 2018 ergab, dass die befragten Angestellten in agilen Abteilungen durchschnittlich 1,5-mal wahrscheinlicher als ihre Kollegen in nicht agilen Unternehmen von finanziellen Ausnahmeleistungen berichten können. Außerdem gaben die Befragten agiler Abteilungen 1,7-mal eher an, dass sie ihre Kollegen auch in anderen Bereichen übertreffen. Es scheint somit gute Gründe dafür zu geben, ein agileres Arbeitsmodell in Erwägung zu ziehen. Grundsätzlich muss ein Unternehmen dazu seine Dynamik und Stabilität verbessern. Agiert ein Unternehmen dynamisch, so kann es schnell auf neue Herausforderungen und Chancen reagieren. Wie allgemein bekannt ist, wird ein Unternehmen durch das Nutzen von Chancen folgerichtig seinen Erfolg steigern können. Auch wenn Dynamik und Flexibilität wichtig sind, so ist es für ein Unternehmen ebenfalls von großer Bedeutung, für Rückhalt gesorgt zu haben. Dies lässt sich durch eine zugrunde liegende Stabilität gewährleisten. Dadurch, dass ein Unternehmen Elemente etabliert, die sich nur selten ändern, werden Zuverlässigkeit und Effizienz gesteigert. Es lässt sich also feststellen, dass ein Unternehmen sowohl dynamisch als auch stabil sein sollte, um agil und letztendlich erfolgreich zu sein.

Bürokratische Unternehmen vs. Start-ups

Nicht jedes Unternehmen, dass sich vornimmt, ein agileres Arbeitsmodell zu entwickeln, muss an den gleichen Stellen aufrüsten. Je nach Unternehmens- oder auch nur Abteilungsform sind unterschiedliche Herangehensweisen wahrscheinlich. Besonders zwischen bürokratischen Unternehmen und Start-up Unternehmen ist zu differenzieren.

Während in einer bürokratischen Abteilung ein Grundmaß an Stabilität mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bereits vorliegt, muss in den meisten Fällen an der Entwicklung dynamischer Praktiken gearbeitet werden. Teilweise sind auch die stabilen Praktiken noch ausbaufähig.

In Start-ups hingegen müssen die stabilen Praktiken weiterentwickelt werden, da hier meist der Fokus zu stark auf der Dynamik lag, als dass für ausreichend Rückhalt gesorgt wurde. Dementsprechend ist oft zu beobachten, dass Start-ups ihre Prozess- und Strategiebereiche festigen müssen.

Herausforderungen des Wandels nicht unterschätzen

Möchte ein Unternehmen nun die Transformation zur agilen Arbeitsweise durchführen, so sollte es auf keinen Fall die Herausforderungen dieses Wandels unterschätzen. Die größten der besagten Herausforderungen sind hierbei kultureller Natur. Oftmals liegt bei Unternehmen, die ohne besondere Kenntnisse in die Agilität starten, eine Fehlausrichtung zwischen einer agilen Arbeitsweise und den täglichen Anforderungen eines Jobs vor. Hierdurch ist es den Mitarbeitern nahezu unmöglich, effizient zu arbeiten. Agilität zeichnet sich unter anderem durch einen regelmäßigen Austausch zwischen den verschiedenen Unternehmensbereichen aus, weshalb ein Mangel an Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen die Umsetzung der Transformation hemmen kann. Eine viel größere Gefahr für den Change ist jedoch in vielen Fällen der Widerstand der Mitarbeiter gegen die Veränderungen. Hier ist es wichtig, auf die Vorteile einzugehen und die Kollegen zu motivieren. Generell sind agile Transformationen in der Regel erfolgreicher, wenn sie durch umfassende Change-Management-Verfahren begleitet werden. Diese schaffen eine agil-freundliche Kultur sowie Denkweise.

Die vier Hauptaspekte von Change-Management-Verfahren

1. Vorsitzende und Mitarbeiter des Unternehmens richten sich nach den Denkweisen und Verhalten, die sie für den Wechsel anstreben wollen.

2. Vorsitzende und Mitarbeiter treten als Vorbilder für neue Denkweisen und Verhalten auf und machen sich für die Veränderungen verantwortlich.

3. Mitarbeiter werden bei der Erlernung der Fähigkeiten, die sie brauchen, um im zukünftigen Unternehmen erfolgreich zu sein, unterstützt.

4. Es werden formelle Mechanismen eingerichtet, um Veränderungen zu verstärken und Mitarbeiter zu belohnen sowie Anreize zu schaffen, neue Verhaltensweisen vorzuleben.

Klare Visionen für ideale Ergebnisse 

Bevor eine Transformation zu agileren Arbeitsmethoden beschlossen wird, sollte in der Vision klar formuliert werden, welchen Nutzen sich das Unternehmen von dieser erwartet und wie man ihre Auswirkungen messen kann. So kann sich jeder Mitarbeiter an dieser Vision orientieren und dafür sorgen, dass er diese im Rahmen seiner Möglichkeiten bestmöglich umsetzt und vorantreibt. Um den Mitarbeitern eine Motivation zur Einhaltung der Vision zu geben und sich der Überzeugtheit der Angestellten von dieser sicher zu sein, ist es ratsam, die Vision kollektiv in der Mitarbeiterschaft zu entwickeln. Außerdem sollte sie eine rege Unterstützung seitens der Führungsabteilungen erfahren, sodass sich die restliche Belegschaft hieran, falls nötig, orientieren kann.

Wo und wann soll die Transformation einsetzen?

Zu Beginn eines Transformationsprozesses müssen einige grundlegende Fragen geklärt werden. Eine der elementarsten Fragestellungen besteht hierbei darin, herauszufinden, welche Teile des Unternehmens verändert werden müssen, um die Agilität zu steigern. Dies kann von Unternehmen zu Unternehmen variieren, es sollte jedoch stets darauf geachtet werden sowohl Stabilität als auch Dynamik auf einem hohen Level zu halten. Eine weitere Frage, die man sich stellen kann, ist, wie die Transformation genau ablaufen soll. Zum einen kann man die angestrebten Veränderungen zuerst in einem kleinen Bereich prototypisch testen. Hierdurch kann man den Prozess zuerst optimieren und einen möglichen Verlauf erahnen, bevor man wichtige, größere Strukturen des Unternehmens aufbricht. Zum anderen ist es sinnvoll, zuerst grundlegende Faktoren zu verändern, die mehr als nur eine Abteilung umfassen, sodass die Belegschaft gemeinsam in die Umwandlung starten kann. Ein weiterer Planungsaspekt betrifft die Einteilung der Ressourcen und die Definition eines zeitlichen Rahmens. Durch eine genaue Planung der zuvor genannten Aspekte kann der Schwung des Wandels beibehalten werden, während der Aufwand zu jedem Zeitpunkt überschaubar ist.

2019-08-08
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