Kreativität - eine Frage des Alters?

Abgesehen vielleicht von einigen wenigen Beispielen aus der Geschichte, büßen Menschen im Laufe des Lebens einen Großteil ihrer Kreativität ein. So hat es jedenfalls oft den Anschein. Aber ist da wirklich etwas dran? Und welche Möglichkeiten haben Sie, sich Ihre schöpferischen Fähigkeiten langfristig zu erhalten?

2021-07-16
Welke Consulting Gruppe
  • Paula PaulsenPaula PaulsenMarketingWCG GmbH & Co. KG

Je älter wir werden, desto stärker leidet auch unsere Kreativität. Vieles deutet daraufhin, dass diese Behauptung nicht unbegründet ist. Ein besonders eindrückliches Beispiel dafür ist eine Studie, die der Unternehmensberater Simon Dückert, seines Zeichens CEO bei der Cogneon GmbH, einst ins Leben rief. Darin ließ der selbst ernannte "Unternehmenshacker", der für seinen unermüdlichen Kampf gegen die gängigen und oft zu starren Modelle des Managements bekannt ist, gemeinsam mit Beth Jarman und George Land Kinder im Alter von 5 Jahren einen Test für Kreativität lösen. Spannend daran war, dass es sich dabei um einen Test der NASA handelte, der dort normalerweise den Ingenieuren vorgelegt wird. Fast alle, nämlich 98 % der Teilnehmenden, erreichten so gute Ergebnisse, dass man sie als sehr kreativ oder sogar genial einstufte.

Dass gerade Kinder viel Fantasie besitzen und dementsprechend ein überdurchschnittlich hohes Maß an Kreativität zeigen, ist natürlich keine ganz neue Erkenntnis. Wie rapide diese Fähigkeit nachlässt, bewies der Unternehmensberater allerdings nur fünf Jahre später. Als dieselben Probanden nämlich mit 10 Jahren den Test wiederholten, lag die Quote bei nur noch 30 % und mit 15 Jahren war sie sogar auf 12 % gesunken. Auch rund 1 Mio. Erwachsene absolvierten den Test. Von ihnen konnten gerade einmal noch 2 % als "besonders kreativ" abschneiden.

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Kreativität bereits im Laufe der Schulzeit einen Zusammenbruch erfährt. Aus Sicht der beteiligten Wissenschaftler George Land und Beth Jarman liegen die Ursachen dafür auf der Hand: In dieser Zeit bekommen wir beigebracht, dass es auf eine Frage stets nur eine korrekte Antwort geben kann. An Stelle des divergenten tritt das konvergente Denken. Davon geprägt, suchen wir fortan nach einfachen, eindeutigen Lösungen und bemühen uns, neue Ideen sofort zu werten. Im späteren beruflichen Alltag sehen sich die meisten von uns sogar noch engeren Regeln unterworfen, die die eigene Kreativität geradezu unterdrücken.
 

Chic Thompson`s "Lifetime Creativity Curve":

Noch ein Stück weiter ging Chic Thompson später mit seiner "Lifetime Creativity Curve", einer von ihm entwickelten Grafik, für die die o. g. Studie als Ausgangsbasis diente. In dieser Grafik hat Thompson einen "Point of terminal seriousness", den Tiefpunkt unserer Kreativität ausgemacht, der im Schnitt mit 44 Jahren erreicht ist. Ein Hoffnungsschimmer tut sich erst viele Jahre später auf. Kommen wir ins Rentenalter und sind somit nicht mehr der täglichen Jobmaschinerie unterworfen, blüht auch unsere Kreativität wieder auf.
 

Arbeitsumfeld vs Kreativität

Die Forschungen zum Thema haben gezeigt, dass das kreative Denken tatsächlich mit dem Alter signifikant abnimmt. Das biologische Alter ist jedoch nicht maßgeblich für den Verlust. Stattdessen ist vor allem unser (Arbeits-) Umfeld dafür verantwortlich, das kaum den nötigen Spielraum lässt, um uns ausreichend schöpferisch zu betätigen. Man könnte sagen: Das Problem ist das System. Gerade in konservativeren Unternehmensstrukturen hat es die menschliche Kreativität schließlich oft nicht leicht oder wird sogar vollständig unterdrückt. Wer sich wirklich entfalten und seine schlummernden Fähigkeiten ausschöpfen möchte, muss deshalb daran etwas ändern. Das ist letztlich auch im Sinne von Unternehmen und Organisationen, die dieses Potential ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter u. a. aus wirtschaftlichen Gründen nicht einfach ungenutzt lassen sollten.

 

Der Trend des informellen Lernens:

Vor allem der Trend hin zum informellen Lernen macht Hoffnung. Einzelne Unternehmen fördern ihre Belegschaft auf dem firmeneigenen Learning Campus durch innovative Konzepte der persönlichen Weiterentwicklung. Lebenslanges, selbst organisiertes Lernen steht dabei im Mittelpunkt, wobei jeder Lernender und Lehrender zugleich ist. Leider hat es diese Methode nach wie vor schwer, sich gegen die vorherrschende Lernkultur durchzusetzen. Erst wenn ein Umdenken stattfindet, kann auch die Infrastruktur angepasst, das benötigte Equipment besorgt und die Etablierung einer DIY-Kultur vollzogen werden. Gerade in den Schulen dürfte dieser Wandel noch lange auf sich warten lassen. In der Erwachsenenbildung sieht das anders aus, da sie keinen so starren Regeln folgen muss. Das ist die beste Voraussetzung dafür, das verlernte kreative Potential wieder hervorzuholen und dauerhaft zu pflegen. Oder um es mit den Worten von Glenn Farris, Head of Design bei der WCG, zu sagen:

Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder in seiner Art und Weise kreativ ist. Diese Kreativität muss nur entdeckt, entfacht und kanalisiert werden.

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