Künstliche Intelligenz: Was ist KI und wo führt sie hin?

Künstliche Intelligenz begleitet unseren Alltag zunehmend und bereichert nun auch die Geschäftswelt. Aber was versteht man eigentlich unter KI und wie wird die moderne Technologie unser Leben künftig noch verändern?

Künstliche Intelligenz (auch artifizielle Intelligenz oder im Englischen artificial intelligence) bezeichnet ein Teilgebiet der Informatik. Dieses beschäftigt sich mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens sowie maschinellen Lernens. Entscheidungsstrukturen des Menschen werden maschinell, also künstlich, nachgebildet. Mittels Algorithmen wird hier intelligentes Verhalten rekonstruiert. Als Beispiel dienen Computerspiele, bei welchen man gegen die Maschine selbst antritt.

Künstliche Intelligenz ist ein großer und allumfassender Begriff, der sich auch in Teilgebiete aufgliedern lässt. 

In unserem Alltag hat sich künstliche Intelligenz bereits voll etabliert. Viele Anwendungen sind für Nutzer heutzutage so selbstverständlich, dass ihnen gar nicht mehr bewusst ist, dass hinter vielen Funktionen künstliche Intelligenzen stecken. Man nehme den Bereich der Mustererkennung und Musteranalyse als Beispiel. Visuelle Intelligenz erkennt Formen und Bilder. So werden bei der Handy-Funktion Touch-ID Fingerabdrücke erkannt, zudem lässt sich mittlerweile fast jedes moderne Smartphone per Gesichtserkennung entsperren. Sprachliche Intelligenz kann gesprochene Sprache verschriftlichen, wie es beispielsweise bei der Diktierfunktion von Smartphone und Computer der Fall ist. Darüber hinaus können künstliche Intelligenzen anhand von Spracherkennung auch Folgehandlungen durchführen. So spielt Amazons Alexa auf Aufforderung das Lieblingslied oder legt ein bestimmtes Buch in den Warenkorb. In wissensbasierten Systemen fungieren künstliche Intelligenzen beispielsweise als rationale Intelligenzen. Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass die künstliche Intelligenz dem Nutzer in Form eines Experten Antworten auf bestimmte Fragen gibt. Das Erkennen und Beseitigen von Fehlern in technischen Systemen basiert beispielsweise auf Basis einer künstlichen Intelligenz. In der Robotik wird mit manipulativer Intelligenz gearbeitet, welche intelligente Verhaltensweisen von Lebewesen nachvollziehen und dementsprechend agieren sollen. Dabei geht es hauptsächlich um die Automatisierung von Prozessen. Die Datenauswertung findet somit in der physischen Welt statt. Der humanoide Roboter Fedor soll beispielsweise Astronauten auf der internationalen Raumstation unterstützen und für sie gefährliche Aufgaben übernehmen. Der Roboter ahmt die Bewegungen der Besatzung nach und lernt so menschliche Handlungsabläufe. 

Die Verwendung künstlicher Intelligenz hat sich in der heutigen Zeit auch auf den Geschäftsbereich ausgeweitet.

Zum Beispiel bietet künstliche Intelligenz im Marketing eine große Hilfestellung. In Zeiten von Big Data und enormen Datenmengen ist es oft nicht mehr möglich sinnvolle Ableitungen zu treffen. Analysen der Daten werden erschwert. An dieser Stelle setzt die künstliche Intelligenz an. Mittels Algorithmen werden die auszuwertenden Daten in kurzer Zeit bewertet. So lässt sich ein persönliches Profil eines jeden Kunden erstellen und künftige Aktionen der Zielgruppen können leichter vorausgesagt werden. Die Arbeit der Mitarbeiter wird dadurch erleichtert. Sie können sich nun auf Strategien für ein gezielteres Marketing konzentrieren und Kunden individueller ansprechen. Sind Marketingmaßnahmen speziell auf den einzelnen Kunden angepasst, sorgt das für eine verbesserte Customer Experience. Damit trägt künstliche Intelligenz maßgeblich zur Verbesserung des Unternehmens bei.

Die meisten Unternehmen haben mittlerweile eine interaktive Website. Hinter deren sogenannter Chat Bot-Funktion steckt ebenfalls eine künstliche Intelligenz. Darüber hinaus lässt sich auch das Erstellen von Texten, beispielsweise für Produktbeschreibungen, automatisieren. Aber auch Geschäftsprozesse wie das Öffnen von E-Mails, Erstellen von Forderungen oder Durchführen von Berechnungen lässt sich mittels künstlicher Intelligenz digitalisieren. Bereits jetzt haben viele Unternehmen unterschiedliche Prozesse automatisiert. So werden von künstlichen Intelligenzen bestimmte Arbeitsabläufe durchgeführt und Mitarbeiter dadurch entlastet. An dieser Stelle lassen sich zahlreiche Unternehmensbereiche nennen, welche mit Hilfe von KI effizienter arbeiten können. Anwendung findet die Technologie beispielsweise in der Logistik, in der Produktion oder im Einkauf sowie im Kundenservice und auf vielen weiteren Gebieten. 

Die Verwendung von künstlicher Intelligenz im Mittelstand steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

Unternehmen in China und den USA sind bei der Einbindung von künstlicher Intelligenz Vorreiter. Innovationslust und Neugier bilden hier echte Wettbewerbsvorteile. Doch es gilt nicht nur, auf dem internationalen Markt mitzuhalten. Die Zahl der Unternehmen, welche künstliche Intelligenz nutzen, ist auch in Deutschland in letzter Zeit gestiegen, dabei hinkt der Mittelstand jedoch noch stark hinterher. Die vorwiegende Begründung hierfür sind fehlendes Know-how und mangelnde Fachkräfte. Für die Verwendung und Wartung der modernen Technologien ist geschultes Personal nötig. Darüber hinaus bestehen weitere Hemmnisse, welche Unternehmen bei ihrem nächsten Schritt in den digitalen Wandel zurückhalten. Hierbei wird allerdings die Gefahr von Wettbewerbsnachteilen unterschätzt. Die Digitalisierung schreitet immer rascher voran und auch der Mittelstand muss Schritt halten, um zeitgemäß zu sein und im Wettbewerb standzuhalten.  

Mit künstlicher Intelligenz lassen sich allerdings nicht nur Unternehmen optimieren. Auch im Gesundheitsbereich findet sie immer mehr Anwendung. In der Medizin soll künstliche Intelligenz zu einer verbesserten Diagnose und schnelleren Therapien führen. Felix Faber gründete 2018 das Unternehmen MindPeak, welches mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Brustkrebs diagnostiziert. Das Unternehmen entwickelte dafür eine Software für Bilderkennung und unterstützt Pathologien bei der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen. Innerhalb kürzester Zeit erkennt die Software Krebszellen in Gewebeproben. In zwei Laboren hat sich die Software bereits etabliert. Die Ergebnisse werden bisher jedoch noch von einem ausgebildeten Pathologen kontrolliert. Dennoch ist zu vermuten, dass künstliche Intelligenz solche Arbeiten in Zukunft übernehmen wird. Darüber hinaus trägt sie auch zur schnelleren Entwicklung geeigneter Medikamente bei. Die Genbearbeitung soll in Zukunft ebenfalls dank künstlicher Intelligenz erleichtert werden. 

Zukunftsmusik

Das Transportwesen wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Die Entwicklung selbstfahrender Autos schreitet mehr und mehr voran und in Zukunft soll auch die Logistik von der automatisierten Technik profitieren. Für eine Studie der Stanford University aus dem Jahr 2015 prognostizierte ein Gremium das Leben im Jahre 2030.  Selbstfahrende Fortbewegungsmittel, hierzu zählen die Forscher auch Flugzeuge, werden in Zukunft als selbstverständlich gelten. Darüber hinaus nehme das Konzept des Car-Sharing vor allem in den Städten zu und immer weniger Menschen besäßen eigene Autos. Auch der Haushaltsbereich werde sich aufgrund technischer (Weiter-)Entwicklungen verändern. Gibt es schon heute Staubsauger-Roboter oder Maschinen, die eigenständig den Rasen mähen, so würden diese in Zukunft noch ausgereifter sein. Darüber hinaus werde sich durch die Verwendung künstlicher Intelligenzen auch der Dienstleistungssektor grundlegend verändern. Putzende Roboter oder maschinelle Paketzusteller seien laut Studie dann keine Seltenheit mehr. Auch Operationsroboter könnten zur Unterstützung der Ärzte entwickelt werden. Diese würden Mediziner in naher Zukunft jedoch noch nicht ersetzen. Künstliche Intelligenz soll in Zukunft aber auch im Sicherheitsbereich Anwendung finden. Mit Drohnen könnten öffentliche Plätze oder Veranstaltungen in den kommenden Jahren überwacht werden. Mittels Algorithmen wäre es möglich, Finanzbetrüge aufzudecken. Darüber hinaus könnte KI der Polizei bei der Auswertung von Daten helfen, um Verdächtige schneller zu fassen, oder auch, um mögliche Aktionen von Straftätern vorauszusagen. 

Ob diese Vorhersagen tatsächlich eintreten, ist unklar. Nächstes Jahr möchten die Forscher der Stanford University daher einen weiteren Bericht veröffentlichen. Auf Basis der aktuellen technischen Entwicklung scheinen die Prognosen jedoch nicht abwegig. 

2019-09-12
Welke Consulting Gruppe
  • Selina FriesSelina FriesPraktikantin MarketingWelke Consulting Gruppe

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