Warum ist das Christkind weiblich?

Stellt man sich einmal rein sachlich die Frage, welchem Geschlecht das Christkind angehört, so sagt man instinktiv, es sei weiblich. Klar, langes, goldenes und lockiges Haar. Ein weißes Gewand, welches eher einem Kleid, als einem Anzug ähnelt, obendrein wird es in Büchern sowie auf Weihnachtsmärkten immer als weibliches Wesen dargestellt. Doch stimmt das? 

Was sagen die Experten und warum entsteht diese Diskussion?

Organisatoren des berühmten Christkindlmarktes in Nürnberg geben eine erstaunliche Antwort: „Das Christkind ist natürlich sachlich.“ Sachlich? Was soll das bedeuten? Ist es überhaupt ein Mensch? Gar ein göttliches Wesen? Nein, diese Antwort ist derart unbefriedigend, dass es eine logische Erklärung für diese Behauptung geben muss.

Fragen wir doch einmal bei der Adresse für die kindliche Weihnachtspost nach, dem Postamt in Engelskirchen (Nordrhein-Westfalen). Dort lautete die Antwort wie folgt: Auch bei ihnen habe das Christkind weibliche Züge, da für Kinder die freundliche Gestalt des Christkindes sehr wichtig ist, jedoch handelt es sich geschichtlich doch um das Jesuskind.

Na was denn nun?

Halten wir einmal fest. Auf der einen Seite ein Neutrum, auf der anderen weiblich. In der Praxis weiblich dargestellt und doch handelt es sich ursprünglich um einen Jungen? Gehen wir einen Schritt weiter. Die Kirche weiß doch sicherlich eine Antwort. Fragt man die Katholiken, können diese direkt mal mit dem ersten Irrtum aufräumen. Mit dem Christkind ist definitiv nicht das Jesuskind gemeint. Über die Jahre und die Darstellung in Kinderbüchern habe sich eine Eigendynamik entwickelt, die nicht mehr aufzuhalten war. Im Grunde handelt es sich beim Christkind also um ein mythologisches Wesen, halb Jesuskind, halb Engel.

Wenn wir die Kirche fragen, müssen wir die Wissenschaft ebenso heranziehen. Der Weihnachtsforscher Prof. Manfred Becker-Huberti hat in seinem Buch erläutert, dass das Christkind tatsächlich geschlechtslos ist. Warum? Ganz einfach: Es wirkt im Verborgenen, niemand hat es je zu Gesicht bekommen. Demselben Muster folgen die gestalten der griechischen Mythologie. Auch gibt es keine benennenswerten Vorfahren. Also kann es folglich aus nichts entstanden sein. Eine wahrlich nicht sehr kinderfreundliche Antwort. Also warum beschäftigt uns diese Frage so sehr? Es sind die Kinder. Sie wollen auf alles und jeden eine Antwort und wir möchten sie nicht enttäuschen. Können wir nicht also eine plausible Antwort finden, die den Geist des Christkindes mit Inhalt füllt und trotzdem Jung und Alt befriedigt?

Historisch ist eine Sache laut Prof. Huberti klar. Es handelt sich nicht um das Jesuskind, denn das ist zu Weihnachten noch ein Baby. Historisch gesehen brachte St. Nikolaus die Geschenke. Im Zuge der Reformation räumte Luther mit allen Heiligen auf und brauchte folglich Ersatz für den Geschenkebringer. Sein nächster Schachzug war denkbar klug. Kurzerhand griff er auf das Christkind zurück, welches dem Elsass entstammt. Die Protestanten wurden fortan vom Christkind beschenkt, bis vor ca. 100 Jahren der Weihnachtsmann aus Amerika importiert wurde.

Komisch daran ist, dass ab diesem Zeitpunkt alles genau umgekehrt ist. Die Katholiken werden vom Christkind beschenkt, die Protestanten haben nun den allgemein bekannten Weihnachtsmann als Gabenbringer implementiert.

Fakt ist, der Christkindlmarkt in Nürnberg braucht eine weibliche Gestalt als Christkind, weil diese einfacher zu heben ist, wenn das Christkind ihren/seinen Rundflug während der Eröffnungsfeier startet. Männer wären schlichtweg zu schwer. Und obendrein, Traditionen sollte man nicht brechen. Was Ihre persönliche Präferenz angeht, suchen Sie es sich aus. Ob männlich oder weiblich, ob Bub oder Mädel, ganz egal. Hauptsache Ihre Kinder erleben ein schönes Weihnachtsfest.

2018-12-12
Welke Consulting Gruppe
  • Philipp Keusgen Philipp Keusgen Praktikant Marketing Welke Consulting Gruppe
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