Wie Bernd Schuster die Macht der Marke als Erfolgsfaktor genutzt hat und was Sie daraus lernen können.

Wachstum durch visionäres Management

Mit klarem Wertesystem in neue Dimensionen ­

Bernd Schuster nutzt die „Macht der Marke“ als Erfolgsfaktor!

Sie fragen sich, wie BRANDZEICHEN auf die Idee kommt, ausgerechnet einen Schraubenhersteller als  Beispiel für gelungene Markenführung zu porträtieren? Gilt die Branche doch als altbacken und wenig spannend, um nicht zu sagen: langweilig. Doch keine Angst, das Weiterlesen lohnt sich, denn die Geschichte von Schuster Sonderschrauben aus Brachbach ist alles andere als langweilig. Sie ist beispielhaft dafür, wie man mit visionärem Management und strategischer Markenführung aus einem kleinen, soliden Betriebein hochmodernes Unternehmen formen kann, das aus seiner Branche hervorsticht.

Begonnen hat alles vor mehr als 40 Jahren. Werner Schuster, ein gelernter Dreher, experimentiert neben seiner Schicht an der heimischen Werkbank mit der Herstellung von Sonderschrauben. Schuster findet bald interessierte Abnehmer, die seine schnelle und immer termingerechte Lieferfähigkeit schätzen. 1971 wagt er den Schritt in die Selbstständigkeit. Durch einen hohen Automatisierungsgrad gestaltet er die Abläufe derart produktiv, dass er in kurzer Zeit große Stückzahlen liefern und Preisvorteile erzielen kann, die er an seine Kunden weitergibt.

Mit visionärem Management aus einem kleinen Betrieb ein hochmodernes Unternehmen geformt.

Der Aufbau eines soliden Betriebs

1978 verdoppelt Schuster die Produktionsfläche. Doch auch diese reicht bald nicht mehr aus. Daher zieht er 1982 mit seinem Unternehmen von Niederfischbach nach Brachbach um, wo er aus einer Insolvenzmasse eine 2000 m2 große Halle erworben hat. Zu diesem Zeitpunkt zählt das Unternehmen vier Mitarbeiter. Schuster Sonderschrauben hat sich auf die Herstellung von Dehnschrauben nach DIN 2510 spezialisiert. Diese Schrauben eignen sich besonders für Flanschverbindungen, die durch wechselnde Betriebskräfte und Temperaturen stark beansprucht werden, wie dies beispielsweise in Raffinerien oder im Anlagen- und Turbinenbau der Fall ist. Mit dem Fokus auf der hohen Qualität seiner Produkte und auf termingerechten sowie flexiblen Lieferungen erarbeitet Schuster sich über die Jahre langfristige Kundenbeziehungen. Die Geschäfte laufen gut, das Wachstum ist gemäßigt.

Schuster erarbeitet sich langfristige Kundenbeziehungen

Dieser  Zustand ändert sich 1997 mit dem Eintritt von Schusters Sohn Bernd in die Geschäftsführung. Die Entwicklung des Unternehmens nimmt rasant an Fahrt auf. Unter Bernd Schuster steigt der Umsatz, das Unternehmen erreicht bald die Größe von 25 Mitarbeitern, von denen Schuster Junior zunächst glaubt, dass sie alle Prozesse zufriedenstellend abdecken können. Heute beschäftigt er 70 Mitarbeiter, die pro Jahr 3,5 Millionen Schrauben, Bolzen und Muttern herstellen und einen Umsatz von 17 Millionen
Euro (2011) erwirtschaften. Was war passiert? Was hatte Bernd anders gemacht als sein Vater? „Eigentlich nichts“, sagt der 40-Jährige. „Eigentlich haben wir genauso weitergemacht wie zuvor: Keine Erweiterung der Produktpalette, keine Erschließung neuer Kundensegmente.“

Klares Branding

Und tatsächlich ist Bernd Schuster – das Bonmot sei gestattet – bei den Leisten geblieben, auf die bereits Schuster Senior gesetzt hatte. „Wir haben lediglich das, was unser Unternehmen ausmacht, und die Leistungen, die wir schon immer zusätzlich geboten haben, in Werte und konkrete Service-Leistungen gegossen“, erzählt Bernd Schuster. So wurden aus der traditionellen Lieferfähigkeit und Termintreue die Dienstleistungen „FIX IT“ und „FIX IT+“. Mit diesen garantiert Schuster seinen Kunden die Warenlieferung zu einem festgelegten Termin bzw. das Eintreffen der Ware an einem vom Kunden bestimmten Ort zu einem festgelegten Zeitpunkt. Aus der absoluten Orientierung an den Kundenbedürfnissen wurde die Dienstleistung „Task Force“. Unter diesem Label steht Schuster seinen Kunden bei wichtigen Projekten auch an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr zur Verfügung. Mit dem Schuster Online Service System (OSS) setzte das Unternehmen sein Bedürfnis der absoluten Transparenz gegenüber dem Kunden ebenfalls in eine Service-Leistung um. Ähnlich wie bei großen Logistikunternehmen kann der Kunde über das System jederzeit online den Status seiner Bestellung verfolgen. 

Unser Unternehmen steht auf einem festen Wertefundament

Diese Services haben sehr zur Schärfung unseres Profils beigetragen“, ist Bernd Schuster überzeugt. „Ebenso großen Anteil daran hat der Markenbildungsprozess, den wir gemeinsam mit der Welke Consulting Gruppe® angestoßen haben. Heute weiß jeder Kunde und jeder Mitarbeiter, dass unser Unternehmen auf einem festen Wertefundament steht. Der von uns formulierte Kern der Marke Schuster Sonderschrauben heißt ‚Begeisterung für Leistung‘, da genau dies der Ursprung unseres Erfolgs ist. Aufgrund unserer Historie und unseres Selbstverständnisses haben wir daneben drei Werte für unser Unternehmen herausgearbeitet: Sicherheit, Nachhaltigkeit und Zukunft aktiv gestalten.“ Zum  ersten Wert sagt Bernd Schuster: „Sicherheit ist ein Grundbedürfnis hier im Haus. Damit ist nicht nur die technische Sicherheit gemeint, die unsere Produkte gewährleisten müssen. Für uns ist die wirtschaftliche Sicherheit genauso wichtig, da nur sie auch die soziale Sicherheit garantieren kann.“

Gelebte Werte

Ebenso subsumiert Schuster unter dem Wert Nachhaltigkeit mehrere Aspekte – soziale, ökonomische und ökologische. „Jede unserer Entscheidungen orientiert sich daran, ob sie langfristig sinnvoll ist. Dies  gilt für die Weiterbildung unserer Mitarbeiter genauso wie für Investitionen in Kundenbeziehungen oder Maschinen. Manche Anschaffungen sind sogar nur langfristig sinnvoll“, sagt Bernd Schuster und verweist auf die teure Photovoltaikanlage für die Produktion, die sich erst in 10 Jahren rentieren wird.    
Dass Bernd Schuster auch den Wert „Zukunft aktiv gestalten“ mit Leben füllt, zeigt sein jüngstes Vorhaben: Damit Schuster Sonderschrauben die vermehrte Kundennachfrage nach Sonderanfertigungen erfüllen kann, wird er im kommenden Jahr einen zweiten Standort in Siegen aufbauen. „Wir bieten zwar bereits heute Zeichnungs- und Sonderteile an, doch liegt unser Fokus in der Produktion in Brachbach klar auf Schnelligkeit. Da ist es schwer, Sonderanfertigungen mit in die Prozesse einzugliedern. Das lässt sich in einer reinen Manufaktur besser abbilden.“

Die Zukunft

Auch für die fernere Zukunft hat Bernd Schuster eine klare Vision. Er will Schuster Sonderschrauben in jedem Fall als Familienunternehmen erhalten, hält es dafür aber nicht für nötig, dass einer seiner beiden Söhne ins operative Geschäft einsteigt. „Ich möchte ihnen alle Optionen offenlassen. Die Strukturen und die Kultur unseres Unternehmens sind nicht mehr von der einen Person an der Spitze abhängig. Wenn mir morgen etwas passiert, bricht hier nichts zusammen. Diese Strukturen zu schaffen, war mir wichtig – alleine schon wegen der sozialen Sicherheit.“

Die Art und Weise, wie Bernd Schuster sein Unternehmen leitet, beeindruckt sogar die gestandenen Berater der Welke Consulting Gruppe®: „Selten hatten wir einen Kunden, der nicht nur die wirtschaftliche Bedeutung eines klaren Brandings erkannt hat, sondern es darüber hinaus auch systematisch lebt. Bernd Schuster überprüft vor jeder Entscheidung, ob diese dem Profil und Wertefundament seines Unternehmens entspricht.“ Der Erfolg gibt ihm Recht – und zeigt die Wirksamkeit eines klaren Brandings.

aus: brandzeichen 2012

2017-10-27
Welke Consulting Gruppe
  • brandzeichen das Magazin. Welke Consulting Gruppe


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