Explizites Wissen

Formulierbares Wissen

Wissen ist ein komplexer Begriff, der innerhalb der Wissenschaften aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird. Das Wissensmanagement beschäftigt sich mit der Entwicklung, dem Erwerb, der Speicherung, dem Transfer und dem Nutzen von Wissen. Nahezu alle Theorien und Modelle des Wissens-Managements haben einen direkten oder indirekten Bezug zu Michael (Mihalyi) Polanyi. Der ungarisch, britischer Chemiker und Philosoph erstellte 1966 ein Klassifizierungssystem. Laut diesem ist explizites Wissen (von ausführlich, ausdrücklich) der genaue Gegensatz zum implizierten Wissen und wird als eindeutig koordiniertes, kommunizierbares Wissen (mittels Sprache oder Schrift) verstanden

Informationen und Wissen         

Informationen stellen die notwendige Voraussetzung dar, um explizites Wissen zu generieren. Mit Informationen lässt sich genau wie mit anderen Gütern handeln, mit Wissen funktioniert dies jedoch nicht. Informationen bestehen aus einem größerern Fluss, welcher sich wiederum aus mehreren Nachrichten zusammensetzt. Das Wissen entsteht allerdings nicht durch bloße Anhäufung mehrerer Informationen. Erst wenn Informationen mit bereits vorhandenen (Vor-)wissen verknüpft werden, werden diese zu Wissen transformiert. Aus diesem Grund lässt sich Wissen nicht einfach kaufen oder verkaufen wie Informationen. Zum Wissen gehören spezielle Fähigkeiten, welche eine Interaktion und Kommunikation erst ermöglichen. Da diese Fähigkeiten nicht explizit formuliert werden, wird zwischen explizitem und implizitem Wissen unterschieden.

Explizites Wissen - Definition

Explizites Wissen ist ein formulierbares und dadurch einwandfrei reproduzierbares Wissen. Es lässt sich ohne Aufwand durch eine systematische, formale Sprache vermitteln, beispielsweise durch Wörter oder Zahlen. Explizites Wissen kann in seiner praktischen Anwendung ohne Probleme beschrieben und logisch nachvollzogen werden. Deshalb wird es in diesem Zusammenhang auch als methodisches oder spezifisches Wissen bezeichnet. Über Veröffentlichungen lässt sich explizites Wissen an eine größere Masse von Wissensempfängern weitergeben. Aufgrund seiner koordinierten Form kann das Wissen auf beliebigen Medien sicher gespeichert, mit diversen Systemen weiterverarbeitet und einfach übertragen werden.

Während explizites Wissen problemlos weitergegeben werden kann, ist dies beim impliziten Wissen nicht ohne weiteres möglich. Das implizierte Wissen (Erfahrungswissen oder embodied knowledge) entsteht aus Routinen, Erfahrungen, Entscheidungsprozessen sowie über die direkte Interaktion mit anderen Personen. Die Verantwortlichen in sämtlichen Unternehmen sind stets bemüht, sowohl explizites Wissen als auch implizites Wissen nutzen zu können. Zu diesem Zweck kommen in den Organisationen die sogenannten "Knowledge Management Systeme" zum Einsatz.

Implizites und explizites Wissen in Organisationen

Das individuelle Wissen der einzelnen Mitarbeiter ist für den Betrieb eines jeden Unternehmens von großer Wichtigkeit. Es muss unbedingt identifiziert und explizierbar gemacht werden, damit beim Ausscheiden eines Angestellten eine möglichst geringe Wissenslücke entsteht. Je geringer die Lücke, desto weniger Schaden entsteht für das Unternehmen.

Das individuelle Wissen eines jeden Mitarbeiters in einem Unternehmen lässt sich in zwei unterschiedliche Kategorien einteilen: Explizites Wissen (explicit knowledge) und implizites Wissen (implicit knowledge). Beide Wissens-Ebenen sind epistemologische Dimensionen in der Erkenntnistheorie.

Explizites oder individuelles Wissen, wird auch "embrained knowledge" oder Verstandswissen genannt. Das Wissen lässt sich formal artikulieren und problemlos von einer Person zur anderen weitergeben. Unter dem Begriff "formal artikulierbar" versteht man die Weitergabe von Wissen in Form von technischen Daten, grammatikalischen Sätzen oder magischen Formeln.

Zusätzlich zum individuellen Wissen der einzelnen Mitarbeiter gibt es noch das kollektive Wissen (organisatorisches Wissen). Dieses bildet sich durch eine koordinierte Zusammenarbeit der Mitarbeiter und durch deren Wissens-Verknüpfung. Das kollektive Wissen lässt sich genau wie das kollektive Wissen in zwei epistemologische Dimensionen unterteilen:

-Explizites Wissen (organisatorisches oder encoded knowledge) bezeichnet das dokumentierbare Wissen. Es wird in Anweisungspapieren, Verfahrensrichtlinien oder individuellen Regeln festgehalten. Zusätzlich findet sich das Wissen in organisatorischen Leitbildern, Führungsgrundsätzen und strategischen Konzepten wieder.

- Implizites Wissen (organisatorisches oder embedded knowledge) ist nicht schriftlich dokumentierbar. Das Wissen spiegelt sich in allen organisatorischen Routinen eines Unternehmens wieder und drückt sich in den vorhandenen Handlungstheorien aus. Nach diesen richten sich sämtliche Mitarbeiter. Das implizite Wissen macht den größten Wissensanteil von Mitarbeitern in Unternehmen aus und ist somit für den Betrieb jeder Organisation von besonderer Wichtigkeit.

Das gesammelte Wissen darf nicht verloren gehen

Scheidet ein Mitarbeiter aus einem Unternehmen aus, stellt dies jedes Unternehmen vor ein Problem. In den meisten Fällen nimmt der Mitarbeiter seine gesammelte Menge an Wissen in das neue Unternehmen oder den Ruhestand mit. Dabei muss es sich jedoch nicht nur um Fachwissen handeln, sondern auch um bestimmte Fähigkeiten und Können. Dieser deutliche Unterschied zwischen dem Können und dem Wissen wird in den Unternehmen über die Begriffe implizites und explizites Wissen ausgedrückt

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