Augmented Reality: Die Zukunft des B2B Marketing?

Seit vor ziemlich genau einem Jahr sieht man Menschen durch die Straßen laufen, ihr Smartphone in der Hand, nur fokussiert auf das, was sie durch dieses sehen können. An bestimmten Plätzen versammeln sie sich und kämpfen gegeneinander.
Die Rede ist natürlich vom Smartphone Game „Pokémon Go“. Mittlerweile hat der Hype nachgelassen, doch das Spiel hat die Augmented Reality kommerziell gemacht.

Was ist Augmented Reality eigentlich genau?

AR, wie sie auch genannt wird, ist die erweiterte Realität. Mithilfe eines Smartphones oder Tablets werden Zusatzinformationen, meist Bilder oder Animationen, in Echtzeit in die reale Welt auf dem Gerät eingeblendet, die Realität also um etwas Virtuelles ergänzt. Bei Pokémon Go waren es die Bälle, Pokéstops und Pokémon, die man fangen konnte. Auch im TV, z. B. in der Sportberichterstattung, wird Augmented Reality eingesetzt, wobei man hier kein zusätzliches Gerät zum Fernseher benötigt. Im Fußball werden Lauflinien oder Abseitspositionen eingeblendet und bei Zielerreichung bei Schwimmwettkämpfen werden Platzierung und Nationalität auf der Wasseroberfläche angezeigt. Die Wetterkarten in der Wettervorhersage sind ein weiteres Beispiel.
Nicht zu verwechseln ist die Augmented Reality mit der Virtual Reality, bei welcher man eine zusätzliche VR-Brille benötigt, um komplett in virtuelle Erlebniswelten abzutauchen. Hierbei ist der entscheidende Unterschied, dass man sich bei der Virtual Reality so fühlt, als wäre man vor Ort und bei der Augmented Reality vor Ort sein muss. Denn damit das Smartphone oder Tablet die Zusatzinformation erkennen und laden kann, muss vor Ort ein bestimmter Marker angebracht bzw. das Gerät mit einer Bilderkennung ausgestattet sein, die verschiedene Punkte am realen Objekt scannt.

Augmented Reality im B2C-Marketing

Im B2C-Marketing findet diese Technologie schon häufiger Anwendung. So können beispielsweise Produktinformationen direkt über einem Produkt eingeblendet oder Produktbroschüren durch virtuelle Modelle ergänzt werden. Noch einen Schritt weiter geht WMF mit dem „WMF Photo Simu“. Indem der Nutzer einen Marker am gewünschten Ort platziert, beispielsweise in der Küche, kann der Kaffeeautomat o. Ä. in das direkte Umfeld eingeblendet werden, sodass der Kunde sieht, ob das Gerät sich in seine Küche integrieren lässt und ob genug Platz vorhanden ist. Gleiches funktioniert natürlich auch mit Bodenbelägen, Möbeln oder sogar in der Architektur, wo ein ganzer Anbau im Endergebnis noch vor Baubeginn betrachtet werden kann.
Auch der Fahrzeughersteller AUDI hat für seine Kunden die App „eKurzinfo“ veröffentlicht, mit welcher es möglich ist, Warnleuchten zu scannen. Die App erläutert dann das Problem, sodass dem Autofahrer erspart wird, im Handbuch nachzuschlagen. Darüber hinaus kann die App im Motorraum das defekte Teil auf dem Bildschirm anzeigen, damit man einfache Angelegenheiten schnell selbst erledigen kann.

AR-Applikationen für den Business-to-Business-Bereich

Und auch im B2B-Bereich können Augmented Reality Applikationen wertbringend implementiert werden. Um die Kunden für die neuen Produkte zu interessieren, benötigt es auch im Marketing immer neue Ideen. Dabei müssen fokussierte und klare Aussagen getroffen werden, aber an erster Stelle steht, die richtige Strategie zu finden, auch bezüglich der Augmented Reality.
Einen Anwendungsbereich findet die Augmented Reality hier z. B. auf Messen, denn oft ist es platztechnisch nicht möglich, komplette Maschinen oder Anlagen aufzubauen. Mit AR wird es möglich, die Produkte direkt vor Ort von allen Seiten und auch mit Blick ins Innere ansehen zu können. Zudem steht dabei die Interaktion mit dem Produkt im Vordergrund. Durch einfache Erklärungen und eindrucksvolle visuelle Erlebnisse werden bleibende Erinnerungen geschaffen und so im weitesten Sinne eine emotionale Bindung zwischen Produkt und Kunden aufgebaut. Dieses Szenario wäre auch beim Kunden direkt möglich, sodass er greifbar erlebt, wie das Produkt, die Maschine oder Anlage in seine Firma passt.  
Auch bei Präsentationen kann die AR als zusätzliches Anschauungsmaterial hinzugezogen werden, wenn Animationen von Transaktionen oder Plänen visualisiert auf dem Schreibtisch erscheinen. Die Videokonferenz würde auf einem völlig anderen Level stattfinden.
Ähnlich wie in dem AUDI-Beispiel genannt, kann die Augmented Reality durchaus auch zur Instandhaltung von Maschinen in der Industrie eingesetzt werden. Für manche Arbeiten werden Spezialisten benötigt, die über umfangreiches Wissen verfügen. Mithilfe der AR können Techniker auch selbst die Instandhaltung vornehmen. Arbeitsschritte, Werkzeuge oder Arbeitsanweisungen, auch aus der Ferne, können direkt in die Arbeitsumgebung eingeblendet werden und ermöglichen so auch Teamwork über weitere Entfernungen. Lösungen, bei denen die Arbeiter die Hände frei haben würden, bieten beispielsweise die Datenbrille „Airscouter“ von Brother oder die Microsoft „Hololens“.

Zukunftsvisionen

Noch weiter in die Zukunft blickt das Unternehmen Red Digital Cinema Camera Company aus den USA. Bisher boten sie nur spezielle Kameras für die Filmproduktion samt Software an, doch Anfang 2018 wollen sie eine weitere Innovation auf den Markt bringen: das „Hydrogen One Smartphone“. Um darauf AR oder VR erleben zu können, braucht es keine zusätzliche Brille, denn der holografische Bildschirm kann nahtlos zwischen 2D und 3D wechseln und ist definitiv ein Fortschritt, auf den man gespannt sein kann.
Augmented Reality kann im Business-to-Business-Bereich Prozesse erleichtern, dem Kunden das Produkt näherbringen, greifbar machen und damit einen Mehrwert für das Marketing schaffen. Dennoch muss die Technologie noch weiterentwickelt werden, optimal funktionieren und erschwinglicher werden, bevor sie fest in Prozesse integriert werden kann. Realität und Virtualität treffen in der Augmented Reality aufeinander, ob sie sich auch in der Wirtschaft durchsetzt, wird sich in der Zukunft zeigen.

2017-09-11
  • Franziska Schmidt Franziska Schmidt Praktikantin Marketing Welke Consulting Gruppe
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