

Bertha Benz wurde 1849 als Cäcilie Bertha Ringer in Pforzheim geboren. 1944 starb die Pionierin des Automobils in Ladenburg. Bei der Entwicklung des Benz-Patent-Motorwagens kam ihr eine tragende Rolle zu. Durch die aufopferungsvolle Unterstützung ihres Mannes Carl Benz (* 25. November 1844 in Mühlburg, † 4. April 1929 in Ladenburg) schuf sie die Grundlage für die Erfindung des Automobils. Auch bei der weiteren Entwicklung des Motorwagens unterstützte sie ihn und glaubte fest an die Zukunft der Erfindung ihres Mannes.
Noch vor der Hochzeit bat Bertha Benz ihren Vater um die Mitgift, welche sie vollständig in das erste Unternehmen ihres Verlobten investierte. Dies sollte den Maschineningenieur bei der Weiterführung seines Geschäftes unterstützen. In einer Werkstatt in Mannheim arbeitete Carl Benz an dem Bau von Motoren. Auch in Krisenzeiten stand Bertha Benz ihrem Mann stets zur Seite. So arbeitete sie selbst mit und wickelte beispielsweise Induktionsspulen mit ihrer Nähmaschine auf.
1885 war es dann soweit. Im Sommer fuhr das von Carl Benz entwickelte dreirädrige Fahrzeug mit Viertaktmotor erstmals durch die Straßen Mannheims. Ein Jahr später ließ sich Benz sein Automobil als „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“ in Berlin patentieren. Das Gefährt war 16 PS stark und erinnerte noch eher an eine Kutsche. Dennoch gilt der Patent-Motorwagen als der erste praxistaugliche Personenkraftwagen.
Zu Beginn erlangte Carl Benz Automobil nur wenig Begeisterung. Von einem „Stinkkasten“ oder „Wagen ohne Pferd“ war bei Augenzeugen der Probefahrten die Rede. Kritiker bezeichneten das motorisierte Fahrzeug als „verrückte Idee“ und prophezeiten dem Erfinder den Ruin. Obgleich das Patent des Motorwagens für Aufsehen sorgte, hatte sich das Automobil drei Jahre nach seiner Veröffentlichung noch immer nicht etabliert.
Schließlich ergriff Bertha Benz die Initiative. Carl Benz war nur eine eingeschränkte Fahrerlaubnis erteilt. Kurzentschlossen machte sich seine Ehefrau daher selbst auf eine Reise mit dem Automobil. Im August 1888 fuhr sie zusammen mit den beiden Söhnen von Mannheim 106 Kilometer bis nach Pforzheim und absolvierte damit die weltweit erste Fernfahrt mit einem Motorwagen. Auch wenn sich die Reise abenteuerlich gestaltete - so gab es Benzin beispielsweise nur in Apotheken - erfüllte sie ihren Zweck. Die Überlandfahrt stellte die Alltagstauglichkeit des Wagens unter Beweis. Bestehende Vorbehalte der Bevölkerung gegen das Fahrzeug wurden zerstreut und das Automobil erhielt so viel Aufmerksamkeit wie nie zuvor. Die Zeitungen berichteten enthusiastisch und die Pariser Weltausstellung machte das Fahrzeug zur Sensation. Der wirtschaftliche Erfolg des Ehepaars ist jedoch beiden zuzuschreiben: Carl Benz als klugem Kopf und Entwickler, aber auch seiner Frau Bertha, welche ihn in Krisenzeiten stets unterstützte, antrieb und das Automobil letztlich vermarktete.