Es gibt tausende Tipps zum Thema Zielsetzung, doch viele scheitern daran, dass wir uns nur auf das Wünschen konzentrieren, ohne Hindernisse realistisch einzuplanen. Genau hier setzt die WOOP-Methode an. WOOP steht für Wish, Outcome, Obstacle, Plan und kombiniert positives Denken mit der Kraft der mentalen Kontrastierung. Entwickelt wurde sie von der Psychologin Prof. Gabriele Oettingen (New York University & Universität Hamburg), und sie basiert auf über 20 Jahren Forschung zum Thema Motivation.
Geschichte
Die WOOP-Methode wurde Anfang der 1990er Jahre von der Psychologin Prof. Dr. Gabriele Oettingen entwickelt, die an der Universität Hamburg sowie der New York University forscht. Ihre Arbeit basiert auf mehr als 20 Jahren wissenschaftlicher Forschung zur menschlichen Motivation und Zielerreichung.
Die Methode entstand aus der Erkenntnis, dass reines positives Denken (Wish), also das reine Phantasieren über Wunschvorstellungen, oft nicht zur Zielerreichung führt. Oettingen zeigte, dass es wichtig ist, nicht nur das gewünschte Ergebnis zu visualisieren (Outcome), sondern auch die inneren Hindernisse (Obstacle) realistisch zu erkennen und einen konkreten Plan zu formulieren, um diese zu überwinden.
Die ersten drei Schritte von WOOP basieren auf der von Oettingen entwickelten Technik der mentalen Kontrastierung, bei der positive Zukunftsvorstellungen mit der aktuellen Realität und den inneren Barrieren abgeglichen werden. Der letzte Schritt, der Plan, beruht auf dem Konzept der Implementierungsintentionen („Wenn-dann-Pläne“) von Peter Gollwitzer. Die Kombination dieser beiden Ansätze bildet die Grundlage der WOOP-Methode und macht sie zu einem wirksamen Instrument für nachhaltige Zielverfolgung.
Zusammengefasst steht WOOP für:
- Wish (Wunsch): ein konkret formulierter, realistischer und herausfordernder Wunsch
- Outcome (Ergebnis): Vorstellung des besten möglichen Ergebnisses
- Obstacle (Hindernis): Identifikation innerer Barrieren
- Plan: konkrete Wenn-dann-Handlungsstrategien
Diese systematische Herangehensweise wurde in zahlreichen Studien mit verschiedenen Zielgruppen erprobt und hat sich als effektive mentale Technik erwiesen, um Motivation zu steigern und Ziele besser zu erreichen. Gabriele Oettingen fasst zusammen, dass die Verbindung von positiven Visionen und realistischen Hindernissen der Schlüssel zum Erfolg ist.
Das macht WOOP zu einer wissenschaftlich fundierten, leicht anwendbaren und wirkungsvollen Methode, entstanden aus der Kombination zweier psychologischer Konzepte und jahrzehntelanger Forschung.
Was ist die WOOP-Methode?
WOOP ist ein wirkungsvolles mentales Selbstcoaching-Tool, mit dem du realistische Ziele setzen und tatsächlich erreichen kannst. Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Methoden: WOOP konzentriert sich nicht nur auf die positiven Resultate, sondern bezieht auch die Hindernisse auf dem Weg dorthin bewusst mit ein.
Die Methode besteht aus vier klaren Schritten:
- Wish (Wunsch) – Formuliere ein konkretes, umsetzbares Ziel. Es sollte dich herausfordern, aber erreichbar sein.
- Outcome (Ergebnis) – Stelle dir lebhaft und detailreich vor, wie es wäre, dieses Ziel erreicht zu haben.
- Obstacle (Hindernis) – Identifiziere das wichtigste innere Hindernis, das dich am ehesten aufhalten könnte – zum Beispiel Selbstzweifel, Aufschieberitis oder fehlender Fokus.
- Plan – Entwickle eine klare Wenn-dann-Strategie: „Wenn [Hindernis auftritt], dann [konkrete Handlung umsetzen].“
Die Besonderheit der WOOP-Methode bringt ihre Entwicklerin, die Psychologin Prof. Gabriele Oettingen, auf den Punkt:
„Wer nur positiv denkt, kann in passiven Optimismus verfallen. Mentale Kontrastierung hingegen hält uns realistisch – und steigert die Zielerreichung.“
Mit anderen Worten: WOOP kombiniert die motivierende Kraft von positiven Visionen mit dem nüchternen Blick auf mögliche Stolpersteine, und genau das macht sie so effektiv.
Die wissenschaftlichen Grundlagen von WOOP
Die wissenschaftlichen Grundlagen der WOOP-Methode beruhen auf zwei zentralen psychologischen Konzepten, die zusammenwirken, um die Zielerreichung effektiv zu fördern.
Das erste Konzept ist die mentale Kontrastierung. Dabei vergleicht unser Gehirn den gewünschten Endzustand – also das Ziel, das wir erreichen möchten – mit der gegenwärtigen Realität. Durch diesen Vergleich wird deutlich, wo genau die Lücken zwischen Wunsch und Wirklichkeit liegen und welche Hindernisse überwunden werden müssen. Diese bewusste Gegenüberstellung hilft dabei, realistische Einschätzungen zu treffen und motiviert dazu, aktiv an der Zielverwirklichung zu arbeiten. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass mentale Kontrastierung die Wahrscheinlichkeit, ein Ziel tatsächlich zu erreichen, im Vergleich zu reinem positivem Denken mehr als verdoppelt. Dies wurde unter anderem von Gabriele Oettingen und Kollegen im Journal of Personality and Social Psychology im Jahr 2001 belegt.
Das zweite Fundament der WOOP-Methode sind die sogenannten Implementierungsintentionen, oft auch als „Wenn-dann-Pläne“ bezeichnet. Dieser Ansatz wurde von dem Psychologen Peter Gollwitzer erforscht. Dabei werden konkrete Handlungspläne formuliert, die automatisch aktiviert werden, sobald ein bestimmter Auslöser eintritt. Zum Beispiel: „Wenn ich mich müde fühle, dann ziehe ich trotzdem meine Sportsachen an und gehe joggen.“ Diese klare Verknüpfung von Situation und Verhalten stärkt die Selbstkontrolle und macht es leichter, trotz innerer Widerstände dranzubleiben. Eine umfassende Metaanalyse von Gollwitzer und Sheeran aus dem Jahr 2006 zeigte, dass solche Wenn-dann-Pläne die Wahrscheinlichkeit, eine Absicht umzusetzen, um beeindruckende 91% erhöhen, und das im Vergleich zu vagen, nicht konkretisierten Vorsätzen.
Zusammen bilden mentale Kontrastierung und Implementierungsintentionen das kraftvolle Fundament der WOOP-Methode. Sie sorgen dafür, dass wir nicht nur träumen, sondern unsere Ziele realistisch angehen und mit klaren Strategien meistern. So wird Motivation in nachhaltiges Handeln verwandelt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur WOOP-Methode
Die WOOP-Methode folgt einem klaren, leicht nachvollziehbaren Ablauf. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf – und zusammen bilden sie eine praktische Anleitung, um Ziele realistisch und nachhaltig zu erreichen.
1. Wish: Der Wunsch
Am Anfang steht der Wunsch – dein Ziel. Dabei geht es nicht um ein vages „Ich möchte glücklicher sein“, sondern um etwas konkret Formulierbares und realistisch Erreichbares.
- Es sollte dich herausfordern, aber nicht überfordern.
- Es ist klar messbar, wann du es erreicht hast.
- Der Zeitrahmen: wenige Tage bis maximal einige Monate.
Beispiele für gute Wünsche:
- „Ich möchte in den nächsten drei Monaten 5 km am Stück laufen können.“
- „Ich möchte in den kommenden vier Wochen jeden Tag 30 Minuten ohne Unterbrechung arbeiten.“
Schlechte Beispiele wären: „Ich will fitter sein“ oder „Ich möchte irgendwann produktiver werden“ – zu unspezifisch.
Praxis-Tipp: Wenn dein Ziel sehr groß ist (z. B. „Marathon laufen“), teile es in kleine Etappen. WOOP funktioniert am besten, wenn der nächste Schritt realistisch in naher Zukunft machbar ist.
2. Outcome: Das beste Ergebnis
Nun kommt der motivierende Teil: Stell dir lebhaft vor, wie es sein wird, wenn du dein Ziel erreicht hast.
Frage dich:
- Wie werde ich mich fühlen? (z. B. stolz, energiegeladen, erleichtert)
- Was werde ich sehen, hören oder erleben?
- Welche positiven Effekte hat das Erreichen des Ziels auf mein Leben?
Je intensiver und sinnlicher du dir das Endergebnis ausmalst, desto stärker verankert sich die Motivation in deinem Unterbewusstsein.
Ziel dieses Schritts: Eine emotionale Verbindung zum Erfolg schaffen – Emotion ist der Treibstoff für deine späteren Handlungen.
Praxis-Tipp: Schließe die Augen und verbringe zumindest 1–2 Minuten mit dieser Vorstellung. Studien zeigen, dass visuell-emotionale Zielbilder die Umsetzungsbereitschaft signifikant erhöhen.
3. Obstacle: Das Hindernis
Jetzt wird’s spannend: Statt gedanklich in der Erfolgsvorstellung zu verharren, wechselst du bewusst in die Realitätsprüfung.
Frage dich:
-
Was in mir selbst könnte mich am ehesten aufhalten?
Wichtig: Der Fokus liegt auf inneren Barrieren – also Faktoren, die du verändern oder beeinflussen kannst.
Häufige innere Hindernisse:
- Aufschieberitis („Ich fange morgen an…“)
- Müdigkeit
- Selbstzweifel
- Ablenkung / Konzentrationsprobleme
Wichtiger Hinweis: Äußere Einflüsse wie schlechtes Wetter, Termindruck oder andere Personen sind nicht Hauptthema dieses Schritts. Diese lassen sich häufig nicht steuern – bei WOOP geht es um die Selbststeuerung.
4. Plan: Die Wenn-dann-Strategie
Das Herzstück der Methode: Aus deinem Hindernis entwickelst du einen klaren Handlungsplan, der automatisch greift, wenn du mit diesem Hindernis konfrontiert wirst.
Du nutzt die Formel:
Wenn [Hindernis eintritt], dann [konkrete Handlung].
Der Vorteil: Solche „Implementierungsintentionen“ (Wenn-dann-Pläne) aktivieren eine Art mentalen Autopilot. Dein Gehirn weiß sofort, was zu tun ist – ohne langes Überlegen oder Diskussion mit dir selbst.
Beispiel:
- Hindernis: Müdigkeit nach der Arbeit
- Plan: „Wenn ich nach der Arbeit zu müde bin, um Sport zu machen, dann ziehe ich sofort meine Sportsachen an und gehe nur für 5 Minuten joggen.“
Oft wirst du feststellen: Ist der erste Schritt erst getan, bleibst du dabei – und aus 5 Minuten werden schnell 30.
Praxis-Tipp: Formuliere deinen Wenn-dann-Plan schriftlich und platziere ihn an sichtbaren Orten (z. B. auf dem Schreibtisch, am Kühlschrank, als Smartphone-Hintergrund).
WOOP in der Praxis: Die Abfolge auf einen Blick
- Wunsch – ein klares, realistisches Ziel.
- Ergebnis – emotionale, lebendige Vorstellung des Erfolgs.
- Hindernis – ehrliche Auseinandersetzung mit inneren Blockaden.
- Plan – eine klare, griffbereite Wenn-dann-Strategie.
Merke: WOOP ist keine reine Motivationsübung, sondern eine Mischung aus emotionaler Zielbindung und rationaler Handlungsplanung. Die Kombination macht sie so wirksam.
Warum WOOP besser wirkt als positives Denken allein
Studien von Oettingen & Kollegen zeigen, dass Teilnehmer, die WOOP nutzen:
- ihre Ziele häufiger erreichen
- mehr Selbstdisziplin entwickeln
- weniger Rückschläge erleiden
Positives Denken allein kann sogar kontraproduktiv sein, da es ein Gefühl erzeugt, als hätte man das Ziel bereits erreicht, was paradoxerweise die Motivation senkt.
Warum WOOP besser wirkt als positives Denken allein
Viele Ratgeber betonen, wie wichtig es sei, positiv zu denken und sich das bestmögliche Ergebnis bildlich vorzustellen. Doch die Forschung zeigt: Reines positives Denken reicht oft nicht nur nicht aus, sondern kann unser Ziel sogar in weite Ferne rücken. Hier kommt WOOP ins Spiel, und hebt sich wissenschaftlich deutlich ab.
Was macht WOOP so besonders?
Während das klassische positive Denken dazu verleitet, sich in Wunschvorstellungen zu verlieren, bleibt WOOP realistisch: Es fordert dich aktiv auf, Hindernisse auf deinem Weg zu erkennen und konkrete Strategien vorzubereiten. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Wunsch und Wirklichkeit, das motiviert zum Handeln!
Wissenschaftliche Ergebnisse im Überblick
Studien von Gabriele Oettingen und ihrem Forschungsteam zeigen eindrucksvoll, wie wirkungsvoll WOOP ist:
- Höhere Zielerreichung: Menschen, die WOOP anwenden, setzen ihre Vorsätze signifikant häufiger in die Tat um als Personen, die nur positiv denken.
- Mehr Selbstdisziplin: WOOP-Nutzer entwickeln stärkere Selbstkontrolle im Alltag, sie bleiben am Ball, auch wenn es unangenehm wird.
- Weniger Rückschläge: Die bewusste Auseinandersetzung mit inneren Hürden beugt Rückfällen, Frust und Aufgeben vor. Rückschläge werden besser verarbeitet und schneller überwunden.
Warum ist positives Denken alleine sogar kontraproduktiv?
Das reine Fokussieren auf positive Fantasien gaukelt dem Gehirn “Siegergefühle” vor, als hätte man das Ziel bereits erreicht. Paradoxerweise baut das Spannungsmotivation ab! Die Folge: Weniger Energie für die echten Handlungsschritte.
Beispiel aus der Forschung:
In Experimenten von Oettingen & Seligman zeigte sich, dass reine Tagträume zur Zielerfüllung langfristig zu weniger Erfolg, weniger Ausdauer und geringerer tatsächlicher Leistung führen. Die Vorstellung allein entlastet kurzzeitig, nimmt aber den Antrieb für echtes Handeln.
Deshalb funktioniert WOOP:
- Es vereint die Kraft von Visionen mit praktischer Planung.
- Es macht innere Widerstände sichtbar, und somit beherrschbar.
- Es aktiviert konkrete Wenn-dann-Pläne, die wie ein mentaler Autopilot funktionieren.
Fazit:
Wer sich nur auf positives Denken verlässt, läuft Gefahr, in „passiven Optimismus“ zu verfallen. WOOP kombiniert die inspirierende Wirkung von Träumen mit der Energie klarer Handlungen, das macht den Unterschied für nachhaltigen Erfolg.
Praktische Anwendungsfelder der WOOP-Methode
Das Besondere an WOOP ist ihre universelle Anwendbarkeit: Egal, ob im Beruf, beim Sport, im persönlichen Wachstum oder in zwischenmenschlichen Beziehungen, die vier Schritte lassen sich auf fast jedes Ziel übertragen. Die Methode ist flexibel, leicht zu erlernen und funktioniert sowohl für kurzfristige Projekte als auch für langfristige Veränderungen. Im Folgenden findest du fünf zentrale Lebensbereiche, in denen WOOP besonders wirkungsvoll ist, jeweils mit praktischen Beispielen und Umsetzungs-Tipps.
Gesundheit & Fitness
Viele starten hochmotiviert ins Training oder mit einer Ernährungsumstellung, und scheitern dann an inneren Widerständen. WOOP hilft, realistische Fitnessziele zu setzen und dranzubleiben.
Beispiele für WOOP-Ziele in diesem Bereich:
- Wish: „Ich möchte dreimal pro Woche 30 Minuten laufen gehen.“
- Outcome: Stell dir vor, wie du dich fitter, leichter und energiegeladener fühlst.
- Obstacle: Müdigkeit nach der Arbeit oder Lust auf die Couch.
- Plan: „Wenn ich nach Hause komme, dann ziehe ich sofort meine Sportschuhe an, bevor ich mich hinsetze.“
Extra-Tipp: Betrachte Rückschläge nicht als Scheitern, sondern als Teil des Prozesses, WOOP kann jederzeit neu gestartet werden.
Produktivität & Arbeit
Ob du konzentrierter arbeiten, eine Präsentation fertigstellen oder endlich dein E-Mail-Postfach leeren möchtest, WOOP kann dir helfen, Projekte abzuschließen und fokussierter zu arbeiten.
Beispiel:
- Wish: „Ich möchte meine anstehenden Aufgaben heute bis 16 Uhr fertigstellen.“
- Outcome: Zufriedenheit, Feierabend ohne Stress.
- Obstacle: Smartphone-Ablenkung oder Aufschieberitis.
- Plan: „Wenn ich mich beim Scrollen auf Social Media erwische, dann lege ich das Handy in einen anderen Raum und arbeite 10 Minuten konzentriert weiter.“
Extra-Tipp: Plane auch kleine Pausen ein, WOOP funktioniert hervorragend in Kombination mit Methoden wie der Pomodoro-Technik.
Verhalten ändern
Ob weniger Bildschirmzeit, weniger Süßigkeiten oder mehr Achtsamkeit – WOOP ist ideal, um ungesunde Gewohnheiten zu reduzieren und neue Routinen zu etablieren.
Beispiel:
- Wish: „Ich möchte meine tägliche Bildschirmzeit um eine Stunde reduzieren.“
- Outcome: Mehr Zeit für Hobbys, Sport und persönliche Gespräche.
- Obstacle: Gewohnheitsmäßiger Griff zum Handy aus Langeweile.
- Plan: „Wenn ich zum Handy greifen will, dann nehme ich stattdessen mein Buch in die Hand.“
Extra-Tipp: Beginne mit kleinen, leicht erreichbaren Zielen, so sammelst du schnelle Erfolgserlebnisse.
Bildung & Lernen
Ob Schüler, Student oder im Beruf, WOOP unterstützt dabei, Lernziele klar zu formulieren und typischen Lernblockaden vorzubeugen.
Beispiel:
- Wish: „Ich möchte diese Woche drei Kapitel eines Fachbuchs lesen.“
- Outcome: Mehr Wissen, sich gut vorbereitet fühlen.
- Obstacle: Ablenkung oder Lust, etwas anderes zu tun.
- Plan: „Wenn ich beim Lernen abschweife, dann mache ich eine zweiminütige Atemübung und setze mich wieder hin.“
Extra-Tipp: Kombiniere WOOP mit festen Lernzeiten im Kalender, um Routine zu schaffen.
Beziehungen & Kommunikation
WOOP ist nicht nur ein Tool für persönliche Ziele, sondern auch für zwischenmenschliche Entwicklung – etwa, um Konflikte konstruktiver zu lösen oder Kommunikation zu verbessern.
Beispiel:
- Wish: „Ich möchte beim nächsten Konflikt mit meinem Partner ruhig bleiben.“
- Outcome: Harmonischere Gespräche, weniger Eskalationen.
- Obstacle: Spontane emotionale Reaktion im Streit.
- Plan: „Wenn ich merke, dass ich lauter werde, dann atme ich dreimal tief durch, bevor ich weiterspreche.“
Extra-Tipp: Nutze WOOP auch in Teams, um gemeinsame Ziele zu formulieren und Hindernisse frühzeitig anzusprechen.
Fazit zu den Anwendungsfeldern
WOOP ist keine starre Methode, sondern ein flexibles Werkzeug für nahezu alle Lebensbereiche. Ob Gesundheit, Beruf, Lernen oder Beziehungen – der Schlüssel ist immer derselbe: realistisch bleiben, Hindernisse ernst nehmen und klare Handlungspläne definieren.
Häufige Fehler bei der Anwendung von WOOP – und wie du sie vermeidest
Auch wenn die WOOP-Methode einfach klingt, gibt es einige typische Stolperfallen, die ihre Wirksamkeit verringern können. Damit du das volle Potenzial ausschöpfst, solltest du diese Fehler kennen – und gezielt vermeiden.
Zu vage Ziele formulieren
Einer der häufigsten Fehler ist es, den Wunsch zu allgemein zu halten. Aussagen wie „Ich möchte gesünder leben“ oder „Ich will produktiver sein“ sind zwar gut gemeint, bleiben aber schwammig.
Warum das problematisch ist:
Vage Ziele lassen weder einen klaren Fortschritt erkennen noch sagen sie dir genau, wann du dein Ziel erreicht hast. Das erschwert die Erfolgskontrolle massiv.
Besser so:
Formuliere deinen Wunsch konkret und messbar.
Beispiel: „Ich möchte in den nächsten vier Wochen jeden Montag, Mittwoch und Freitag 30 Minuten laufen.“
Nur äußere Hindernisse suchen
Viele konzentrieren sich ausschließlich auf Faktoren, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen – wie Wetter, Arbeitsbelastung oder Verhalten anderer Menschen.
Warum das problematisch ist:
Du kannst äußere Umstände oft nicht ändern. Die WOOP-Methode lebt aber davon, dass du eigene Verhaltens- und Denkmuster erkennst und steuerst.
Besser so:
Richte den Blick auf innere Barrieren – zum Beispiel Aufschieberitis, mangelnde Motivation am Abend oder Selbstzweifel. Das sind Punkte, an denen du aktiv ansetzen kannst.
Keinen schriftlichen Plan erstellen
Ein weiterer Fehler: Die Wenn-dann-Strategie bleibt nur im Kopf.
Warum das problematisch ist:
Gedanken sind flüchtig. Was heute glasklar ist, gerät morgen in Vergessenheit – vor allem in stressigen Situationen.
Besser so:
Schreibe deinen Plan auf. Am besten platzierst du ihn an einem Ort, an dem du regelmäßig hinsiehst – zum Beispiel an deinem Arbeitsplatz, im Kalender oder als Handy-Notiz.
Beispiel: „Wenn ich meine Laufschuhe sehe, dann ziehe ich sie sofort an und gehe joggen.“
Ziele zu groß anlegen
Wer sich sofort einen Marathon vornimmt, ohne vorher 5 Kilometer zu schaffen, läuft Gefahr, zu früh frustriert aufzugeben.
Warum das problematisch ist:
Zu große Ziele wirken überwältigend. Die anfängliche Motivation kann schnell in Resignation umschlagen.
Besser so:
Teile große Ziele in Etappenziele auf.
Beispiel: Statt „Ich will 20 Kilo abnehmen“ → „Ich möchte in den nächsten acht Wochen 3 Kilo verlieren.“ Kleine, machbare Etappen sorgen für Erfolgserlebnisse und halten die Motivation hoch.
Fazit
WOOP funktioniert am besten, wenn du präzise Ziele, innere Hindernisse, einen schriftlich fixierten Plan und realistische Etappen kombinierst. Fehler zu vermeiden ist dabei genauso wichtig wie die Methode an sich.
5-Minuten-WOOP – Schnellanleitung für Eilige
Manchmal fehlt im Alltag einfach die Zeit, um lange über Ziele, Hindernisse und Handlungspläne zu grübeln. Die gute Nachricht: Die WOOP-Methode funktioniert auch in einer kompakten Kurzversion, die du jederzeit in nur fünf Minuten durchführen kannst, ob morgens beim Kaffee, in der Mittagspause oder kurz vor einer wichtigen Aufgabe.
So geht’s Schritt für Schritt:
-
Wunsch festlegen (ca. 1 Minute)
Formuliere einen klaren, realistischen Wunsch. Achte darauf, dass er innerhalb kurzer Zeit umsetzbar ist.
Beispiel: „Heute möchte ich meinen Schreibtisch aufräumen.“ -
Bestes Ergebnis visualisieren (ca. 1 Minute)
Schließe die Augen und stell dir lebendig vor, wie es ist, wenn du dein Ziel erreicht hast. Spüre die Erleichterung, den Stolz oder die Freude.
Je klarer die inneren Bilder, desto stärker deine Motivation. -
Inneres Hindernis benennen (ca. 1 Minute)
Erkenne ehrlich, was dich innerlich davon abhalten könnte – z. B. Müdigkeit, Unlust oder Ablenkung.
Der Fokus liegt auch hier auf inneren Barrieren, nicht auf äußeren Umständen. -
Wenn-dann-Plan formulieren (ca. 1 Minute)
Erstelle eine einfache Handlungsformel:Wenn [Hindernis] auftritt, dann [konkrete Handlung].
Beispiel: „Wenn ich in Versuchung gerate, mein Handy zu nehmen, dann stelle ich es auf lautlos und lege es in einen anderen Raum.“
Wann ist die 5-Minuten-Variante ideal?
- Vor einem Meeting oder einer Prüfung
- Am Beginn eines Arbeitstages
- Wenn du eine akute Herausforderung angehen möchtest
- Als täglicher Start- oder Endpunkt, um den Tag bewusst zu planen
Extra-Tipp: Schreibe deine 5-Minuten-WOOPs auf, so erkennst du nach einigen Tagen oder Wochen, welche Strategien für dich am besten funktionieren.


