Corporate Social Responsibility

in familiengeführten Mittelstandsunternehmen aus wissenschaftlicher Sicht

2021-09-29
Welke Consulting Gruppe
  • Felix IrleFelix IrleWerkstudent Strategie

Corporate Social Responsibility (kurz CSR) erlebt in den letzten Jahren als Bestandteil des Themenbereiches Nachhaltigkeit, als das Zukunftsthema und Notwenigkeit, um als Organisation langfristig relevant und erfolgreich zu sein, trotz häufiger Verwechslung immer größere Aufmerksamkeit. Doch dabei existiert der Begriff seit 1953 und das dahinterstehende Konzept wird bspw. seit 2001 aktiv von der Europäischen Union implementiert - eine Entwicklung, die nicht nur große Konzerne trifft, sondern auch familiengeführte Mittelstandsunternehmen. Diese völlig eigene Form von Unternehmen, welcher oftmals eine besondere Stellung zukommt, verhält sich im Zusammenhang mit CSR anders als Nicht-Familienunternehmen. Dies birgt Chancen und Risiken zugleich.

CSR in der Wissenschaft – Es ist kompliziert… 

CSR – also die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen – ist ein Konzept, welches auf freiwillige Beiträge eines Unternehmens in den Bereichen Ökologie und Soziales / Gesellschaftliches abzielt. Für eine präzise Definition muss man sich zwei Problemen stellen: Für CSR existiert ein Jungle an Definitionen. Zusätzlich ist CSR ein moving concept, welches sich also stetig weiterentwickelt. Die internationale Organisation für Normung definiert CSR als „Verantwortung einer Organisation für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen und Aktivitäten auf die Gesellschaft und Umwelt durch transparentes und ethisches Verhalten […]“. Nachhaltigkeit bzw. Corporate Sustainability beinhaltet darüber hinaus noch eine ökonomische Dimension, die innerhalb CSR als gegeben angesehen wird, weshalb CSR als ein Bestandteil von Nachhaltigkeit anzusehen ist. Als ein Teil von CSR wiederum ist Corporate Citizenship erwähnenswert, was ein Unternehmen als „guten Bürger“ charakterisiert und hauptsächliche lokale Aktivitäten wie Spenden und Sponsoring sowie Mitwirken an Vereinen oder gemeinnützigen Unternehmensstiftungen beinhaltet. 

CSR auf der Überholspur 

Erste Gedanken, Ideen und Aktivitäten für etwas, das heute als CSR verstanden wird, lässt sich bereits vor vielen Jahrhunderten im Römischen Reich und der griechischen Antike finden. Über den Ehrbaren Kaufmann im Mittelalter hinweg bis hin zu einer neuen Art von Produktivität zu Zeiten der industriellen Revolution lässt sich CSR beobachten, bevor das Konzept, wie es heute bekannt ist, Mitte des 20. Jahrhunderts formuliert wird. Prägende Ereignisse und bedeutende Entwicklungen beeinflussen in immer kürzerer Taktung die Gesellschaft sowie die Wirtschaftswelt und somit auch CSR. Übergeordnete Einflussfaktoren für CSR sind etwa: Politische Systeme, wirtschaftliche Dynamiken, geopolitische Ereignisse, diverse gesellschaftliche Wertesystematiken und Umwelt- und Naturereignisse. Heute ist CSR ein etablierter business case und durchläuft eine Institutionalisierung unter Berücksichtigung immer neuer CSR-Trends. Regierungen und andere politische Institutionen wie die Vereinten Nationen oder die EU implementieren seit Jahrzehnten CSR in ihren Agenden. Nicht zuletzt ist CSR ein zentrales Forschungsthema. 

CSR gleich Erfolg? 

Aus wissenschaftlicher Sicht gilt es zunächst, CSR messbar zu machen, was unter dem Namen Corporate Social Performace als Konzept oft in komplizierte Modelle ausufert. Unter Berücksichtigung finanzieller Performance eines Unternehmens kommen zahlreiche Metastudien zu unterschiedlichen Ergebnissen, die meisten jedoch weisen einen positiven Zusammenhang zwischen finanzieller Performance und CSR-Aktivitäten auf. Stimmen aus der Praxis bestärken dies eindeutig. Doch neben finanziellen Aspekten bietet CSR- Engagement anhand weiterer Studien folgende Synergieeffekte: Kosteneinsparung, Markendifferenzierung, erhöhte Innovation, Krisensicherheit / Risikoreduzierung, positives Marken- und Unternehmensimage, höhere Glaubwürdigkeit, bessere Beziehungen zu Stakeholdern, verbesserten Zugang zu Investitionen und Finanzierungen, höhere Zufriedenheit, Motivation sowie Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Entwicklung neuer Geschäfte durch Produkte und Erschließung neuer Märkte, Anziehung und Halten von Talenten, effizientere Organisation, Rechtssicherheit und positiver Einfluss auf Kaufentscheidungen von Konsumierenden. CSR hat abseits der Erfüllung ethischer Belange sehr wohl einen positiven Impact auf ein Unternehmen. 

Mittelstand und CSR – Das Immer-Da-Gewesene sichtbar machen 

Der deutsche Mittelstand ist ein breiter Begriff und besteht zu einem Großteil auf Familienunternehmen. Aus systemischer Sicht bestehen Familienunternehmen aus den drei Subsystemen Unternehmensführung, Eigentum und Familie, wodurch sie ihre Einzigartigkeit und spezifische Dynamik erlangen. In Bezug auf CSR sind besonders 5 Haupteinflussgrößen zu nennen, die die Ausgestaltung und die Wirkung von CSR-Aktivitäten beeinflussen: Die strategische Ausrichtung, die Flexibilität, das Nachfolgemanagement, die Wertekultur und die Innovation von Familienunternehmen. Vorgeschaltet zu diesen Haupteinflussgrößen sind die Motivationsfaktoren von Unternehmerinnen und Unternehmern von KMU für CSR-Engagement zu nennen. Diese können rein intrinsische Motive der Unternehmer sein, aber auch ethische und / oder religiöse Werte, monetäre Einsparungen und wirtschaftliche Vorteile bzw. Wettbewerbsvorteile, Austausch und Dialog mit Stakeholdern und Wettbewerbsteilnehmenden, Trends und CSR als Notwendigkeit zur Zukunftsfähigkeit. 

Daraus lässt sich ableiten, dass sich Unternehmerinnen und Unternehmer ihrer Verantwortung für die Gesellschaft bewusst sind. CSR ist tief verwurzelt im deutschen Mittelstand, wird allerdings selten als solches eingeordnet, strategisch nutzbar gemacht oder kommuniziert. Dabei entstehen insbesondere für familiengeführte KMU vielfache Möglichkeiten, CSR zu implementieren und individuelle Vorteile daraus zu ziehen.

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