Employer Branding und Online-Recruiting

Zwei konkurrierende Konzepte? 

Employer Branding beschreibt grundsätzlich den Aufbau sowie die Etablierung eines Unternehmens als ganzheitliche Arbeitgebermarke. Einerseits soll die öffentliche Wahrnehmung und damit die Markenposition des Unternehmens gestärkt werden, andererseits sollen potenzielle neue Talente auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden.

Dies wirft die Frage auf, in welchem Verhältnis Employer Branding und Online-Recruiting zueinander stehen und ob und wie Unternehmen die Möglichkeiten beider Konzepte nutzen können.

Employer Branding als Kernaufgabe

Eine der wichtigsten Herausforderungen für Unternehmen ist heute eine ansprechende Eigendarstellung auf dem Arbeitsmarkt. Durchdachtes Employer Branding beschert Unternehmen einen Konkurrenzvorteil bei der Personalbeschaffung sowie bei der Mitarbeiterbindung.
Das Konzept ist langfristig orientiert und zielt auf die Etablierung einer hochwertigen und ansprechenden Marke. Eine positive Öffentlichkeitswahrnehmung lässt das Interesse junger Talente am Unternehmen steigen und auch über andere Gegebenheiten, wie beispielsweise eine ländlichere Lage, hinwegsehen. In Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels, gepaart mit einer zu beobachtenden Verstädterung, wächst die Konkurrenz in den meisten Unternehmensbranchen, insbesondere bei Mittelständlern, die nicht in den hippen Städten Berlin, München oder Hamburg angesiedelt sind.
Eine Abgrenzung zur/von der Konkurrenz und die Darstellung der eigenen Vorzüge werden daher unabdingbar. Die Bedeutung der eigenen Unternehmensmarke, insbesondere für junge Fachkräfte, steigt deutlich.
Es gilt, die Aufmerksamkeit potenzieller Bewerber auf das eigene Unternehmen zu lenken. Dies gilt speziell für junge, unbekannte Unternehmen oder aber auch für Unternehmen aus dem B2B-Bereich, deren Marke für den normalen Arbeitnehmer im Zweifel nicht so bekannt oder attraktiv erscheint.

 

Strategien und Ziele des Employer Brandings

Einer der wesentlichen Schritte im Employer Branding begründet sich in einer konsequenten und klaren Definition des Profils eines Unternehmens. Dies setzt voraus, dass Ziele, Stärken und Schwächen und die Werte, für die ein Unternehmen steht, exakt definiert und im Unternehmen kommuniziert sind.
Diese wesentlichen Eigenschaften nehmen Einfluss auf Vision und Strategie eines Unternehmens, aber auch auf die Unternehmenskultur, welche maßgeblich zum Erfolg aller Tätigkeiten eines Unternehmens beiträgt.

Bei der Identifikation und Definition dieser Eigenschaften behalten erfolgreiche Unternehmen stets im Auge, was sie auf dem Arbeitsmarkt besonders attraktiv für potenzielle neue Mitarbeiter macht. Dabei ist es von erheblicher Bedeutung, realistische Vorstellungen vom eigenen Unternehmen zu haben und diese auf ehrliche und überzeugende Weise zu repräsentieren.
Eine definierte, auf Werten basierende Unternehmenskultur erlaubt die Identifikation der Mitarbeiter mit einem Unternehmen. Die Frage, wofür ein Unternehmen steht, trägt damit maßgeblich zur erfolgreichen Mitarbeiterbindung bei. Gelebte Werte, die von den Mitarbeitern authentisch nach außen getragen werden, machen diese damit zu perfekten Markenbotschaftern.

In diesem Zusammenhang ist auch die Kenntnis der angestrebten Zielpersonen wichtig. Den
Personalverantwortlichen sollte klar sein, welche Personen, welche Kenntnisse und Fertigkeiten
gesucht werden. Dies bezieht sich nicht nur auf die herkömmlichen Bewerbereigenschaften wie formale Ausbildung und Qualifikation, sondern insbesondere auch auf die Soft Skills und das Wertegefüge, in dem ein Bewerber sich bewegt. Erst wenn sowohl das Wertegefüge eines Unternehmens als auch das persönliche Wertegebilde eines (potenziellen) Mitarbeiters übereinstimmen oder zusammenpassen, ist eine langfristige Zusammenarbeit wahrscheinlich.

 

Methoden und Techniken des Online-Recruitings

Mit dem Online-Recruiting oder E-Recruiting drängt eine junge, digitale Form der
Talentbeschaffung in die herkömmlichen Bereiche. Die Personalgewinnung kann von Online-Medien und Softwareangeboten profitieren.
Passende Mitarbeiter können durch die Möglichkeiten des Internets und der sozialen Medien
(Social-Recruiting) mit großer Reichweite gesucht und gefunden werden. Auch spezielle
Recruiting-Apps gehören zu den Möglichkeiten im Online-Recruiting. Diese Form der
Personalgewinnung bietet Arbeitgebern sowohl Chancen als auch Risiken.
Beim Online-Recruiting kommen im Wesentlichen Internet-Portale und Online-Plattformen zum Einsatz. Die digitalen Marktplätze sollen Bewerber und Unternehmen zusammenführen und eine Beschleunigung und Vereinfachung des Bewerbungsprozesses ermöglichen. Mit dieser Art der Mitarbeitergewinnung sollen insbesondere junge Bewerber gewonnen werden, die zu den Digital Natives zählen, das heißt, all jene Bewerber, die mit Online-Plattformen und Social Media aufgewachsen sind.

Auch das Online-Recruiting bleibt jedoch nicht auf den reinen Ausschreibungsprozess beschränkt. Der
gesamte Vorgang der Personalbeschaffung sowie die gesamte Kommunikation können online
vonstattengehen, indem jeder Schritt digitalisiert wird.

 

Online-Recruiting und seine Chancen für Arbeitgeber

Viele Arbeitgeber schätzen am Online-Recruiting in erster Linie dessen hohe Flexibilität. Eine Stellenanzeige ist über gängige Online-Plattformen schnell und vollständig zu inserieren. Es besteht meist keine zeitliche Bindung oder Frist, wie sie etwa bei herkömmlichen Inseraten in Zeitschriften oder anderen Medien üblich ist. Die Zeitdauer kann daher frei gewählt werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der richtige Bewerber die Ausschreibung wahrnimmt. Die
größere Reichweite des Internets ist ein weiterer Vorteil. Grundsätzlich lässt sich ein solches
Inserat weltweit einsehen, während es gleichfalls aber auch auf Wunsch regional begrenzen lässt.
Für viele Unternehmen ausschlaggebend ist außerdem der Kostenfaktor. Während Stellenausschreibungen in Printmedien oft mit hohen Kosten, gepaart mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne, verbunden sind, können Online-Inserate kostengünstiger aufgegeben werden. Ebenso lassen sie sich auf der eigenen Internetseite darbieten, wo sie keine weiteren Kosten verursachen. Auch die ständige Verfügbarkeit sowie Aktualisierbarkeit von Internet-Anzeigen sind weitere Vorteile. Die Anzeigen sind zu jeder Tages- und Nachtzeit online und können gleichfalls jederzeit auf dem aktuellen Stand gehalten und gegebenenfalls erweitert oder gelöscht werden.

 

Employer Branding und Personalbeschaffung: Möglichkeiten des Online-Recruitings

In Anbetracht der Möglichkeiten und der Flexibilität durch Digitalisierung und Online-Recruiting stellt sich die Frage, ob das langfristig orientierte Employer Branding seinen Aufwand wert ist.

Mit den Möglichkeiten des Online-Recruitings und der Vereinfachung der Ausschreibungsprozesse wächst auch die Zahl derer, die diese Verfahren für sich nutzen. Trotz zahlreicher Filterfunktionen sehen sich interessierte Bewerber meist mit einer Vielzahl an Ausschreibungen konfrontiert. In der Masse nicht unterzugehen, wird für Unternehmen zu einer immer wichtiger werdenden Aufgabe.

Das Employer Branding ist durch verschiedene Maßnahmen auf die Talentbeschaffung ausgerichtet. Neben der Beschaffung von potenziellen Arbeitnehmer legt das Employer Branding aber auch großen Wert darauf, die richtigen Bewerber anzuziehen, die eine möglichst hohe Bindung mit dem Unternehmen eingehen.

An dieser Schnittstelle kommt eine wichtige Verknüpfung der Methoden des Online-Recruitings mit denen des Employer Brandings ins Spiel.  

Während sich das Online-Recruiting also mehr auf die Auswahl der Kommunikationskanäle für die Stellenausschreibungen sowie die Art und Weise der Datenverarbeitung konzentriert, bemüht sich das Employer Branding darum, ein authentisches, zukunftsorientiertes Bild des Unternehmens für potenzielle Arbeitnehmer und den daraus resultierenden Mehrwehrt für den Bewerber zu zeichnen.

Wenn die technische Infrastruktur von Online-Stellenausschreibungen im Sinne der Unternehmensphilosophie genutzt wird, ergänzen sich beide Konzepte perfekt. Durch geschickte Kommunikation der Unternehmensstärken, die durchgängige Gestaltung im Corporate-Design und die perfekte Nutzung der digitalen Medien kann sich ein Unternehmen als starke Arbeitgebermarke präsentieren. Dabei empfiehlt sich die genaue Analyse der Kommunikationskanäle, um relevante Kanäle von anderen zu unterscheiden.
Unter sozialen Medien können Anzeigen sowohl in ausgewiesenen Karriere-Portalen wie Xing als auch auf klassischen sozialen Medien wie Facebook inseriert werden, sollten sich aber immer in einem einheitlichen Bild mit der sonstigen Kommunikation verhalten.

 

Fazit

Employer Branding ermöglicht als langfristig ausgerichtete Maßnahme die Etablierung einer attraktiven Marke. Durchdachtes Employer Branding stellt in der großen Konkurrenz einen
Wettbewerbsvorteil dar, da es zur Repräsentation des Unternehmens als angesehener Arbeitgeber
beiträgt. Eine wirksame Einbettung der Methoden und Techniken des Online-Recruitings in
strategisch sinnvolle Ausrichtung des Employer Brandings verspricht nachhaltigen Erfolg in der
Personalbeschaffung.

 

 

2017-08-21
Welke Consulting Gruppe
  • Lea Herkenhöhner Lea Herkenhöhner Marketing Welke Consulting Gruppe
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