Eine unsichtbare Branche?
Jeder weiß, dass die Landwirtschaft essentiell und unvermeidlich für die Herstellung eines Großteils der Lebensmittel ist, aber vielen ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass Pflanzenzuchtunternehmen, wie Nordsaat, noch vor ihnen tätig werden. Ihre Aufgabe? Das Züchten neuer Produkte, auch Sorten genannt, wie z.B. Hafer oder Gerste. Dieser Prozess ist jedoch sehr langwierig - bis eine neue Sorte von der Landwirtschaft verwendet werden kann, vergehen etwa neun bis zwölf Jahre. Genau deshalb betont Geschäftsführer von Nordsaat, Alexis von Rhade, dass es hier vor allem langfristiges Denken braucht – und die Fähigkeit, mit politischen wie gesellschaftlichen Veränderungen Schritt zu halten.
Das große Irrtum der Genmodifizierung
Es hat sich zunehmend bewiesen, dass wenn es um Genmodifierung im Lebensmittelbereich geht, die Kommunikation an die Gesellschaft und die damit einhergehende Aufklärung oft mangelhaft sind. Durch ein relativ neues Verfahren, die CRISPR/Cas - Methode, auch als Genschere bekannt, ist es möglich, genetisches Material innerhalb derselben Spezies zu verändern, wodurch gezielte Mutationen entstehen. Ein Prozess, der so auch auf natürliche Weise vorkommen kann. Von vielen Seiten wird dieses Vorgehen allerdings mit dem Verfahren der gentechnisch veränderten Organismen (GVO) verwechselt, einem ähnlichen Prozess, jedoch mit dem großen Unterschied, dass diese Organismen nicht natürlicherweise vorkommen. In Europa ist diese Methode nicht einmal zugelassen, in Ländern wie den USA aber erlaubt und deshalb auch hierzulande bekannt. Für von Rhade ist klar: Transparenz und Aufklärung sind entscheidend, um Akzeptanz für Innovation zu schaffen.
Hürden in der modernen Pflanzenzucht
Von neuen Technologien bis hin zur geringeren Arbeitsbereitschaft - wie in so gut wie allen Unternehmen und Branchen, gibt es auch in der Pflanzenzucht Herausforderungen, die tagtäglich versucht werden müssen, gemeistert zu werden. Eine der größten ist das Problem, dass große Unternehmen die Methode der Genschere und die damit entstehenden Errungenschaften in der Pflanze patentieren wollen, aber: für mittelständische Unternehmen wie Nordsaat sind die durch die Patente entstehenden Rechtsstreitigkeiten finanziell oft nicht möglich. Aber auch abseits der fianziellen Mittel ist Geschäftsführer Herr von Rhade mitsamt seinem Unternehmen strikt dagegen, dass Pflanzen patentiert werden, die auf natürliche Weise in der Natur vorkommen können.
Ein Blick in die Zukunft
Generell blickt Alexis von Rhade positiv in die Zukunft, wenn es um sein Unternehmen geht. Dennoch hat er natürlich trotzdem Wünsche und Ziele für die Weiterentwicklung seiner Firma und der Branche. So wünscht er sich vor allem von der Politik, dass sie noch intensivere Forschungen an der CRISPR/Cas - Methode ermöglicht, damit vielerlei Ziele erreicht werden können, z.B. die Möglichkeit, mit ihren Produkten eine Verbesserung zu schaffen und eine gesunde Ernährung mit nachhaltigen Waren zu gewährleisten. Aber auch der Punkt der Diversität durch ein breiteres Produktportfolio ist für ihn essentiell. Für ihn steht fest: Nur durch Vielfalt und langfristige Strategien können Unternehmen – nicht nur in der Landwirtschaft – Zukunft sichern.







